Fahrausbildung und Fuehrerscheinerwerb in Japan

Die vorliegende Diplomarbeit beschreibt das japanische System der Fahrausbildung und des Fuehrerscheinerwerbs im Vergleich zum oesterreichischen. Ausgangspunkt fuer die Arbeit waren negative Erfahrungen der Autorin, die ihre Fahrausbildung in Japan absolviert hatte, mit dem Fahrstil oesterreichischer Fahrer und die Tatsache, dass die Unfallhaeufigkeit in Oesterreich wesentlich hoeher ist als in Japan. Im ersten Kapitel werden Methoden, Materialien und die Quellenlage dargelegt. Im zweiten Kapitel wird das System der Fahrschulen in den beiden Laendern dargestellt. Das dritte Kapitel beschaeftigt sich mit der spezifischen japanischen Uebungsfahrt in einem Uebungsgelaende waehrend der Fahrausbildung. Im vierten Kapitel wird das mehrbaendige japanische Lehrbuch mit dem oesterreichischen verglichen. Das fuenfte Kapitel behandelt die Fuehrerscheinpruefung in den beiden Laendern und im sechsten Kapitel wird die japanische Fahrschule Hinomaru einer oesterreichischen gegenuebergestellt. Die japanische Fahrausbildung ist praxisbezogener als die oesterreichische. Nur wer eine Pruefung fuer die Gelaendefahrt in einer Fahrschule positiv absolviert hat, erhaelt einen behoerdlichen Probefuehrerschein, mit dem in einem genehmigten Fahrschulfahrzeug und mit einem Fahrlehrer auf den oeffentlichen Strassen eine Uebungsfahrt unternommen werden darf. Jede Fahrschule hat ein eigenes Uebungsgelaende, das der Fahrschulordnung gemaess fuer praktische Uebungsfahrten eingerichtet ist. Das 8.000 Quadratmeter grosse Uebungsgelaende wird von den Fahrschulen selbst gestaltet. Auf dem Uebungsgelaende wird nicht nur die Reaktionsfaehigkeit trainiert, sondern auch gutes Benehmen verlangt. Die gruendliche praktische Ausbildung ist fuer die Verkehrssicherheit ein wesentliches Element. Die Lehrbuecher werden unter polizeilicher Kontrolle gestaltet und sind daher fuer ganz Japan einheitlich. Es gibt viele Abbildungen, Zeichnungen und Karikaturen. In Oesterreich ist der gesamte Lerninhalt in einem einzigen Buch enthalten. Auto fahren wird darin fachlich und nicht spielerisch erklaert. Der Schwierigkeitsgrad ist teilweise zu hoch angesetzt. Japanische Pruefer muessen sich selbst sehr strengen Pruefungen unterziehen. Die Gueltigkeit des Fuehrerscheins ist jeweils auf drei beziehungsweise fuenf Jahre bei guten Fahrern beschraenkt und wird durch ein strenges Punktesystem ergaenzt. Die Fahrschulen sind in Japan wesentlich groesser als in Oesterreich und besser ausgestattet. Allerdings kostet die Fahrausbildung auch wesentlich mehr. Eine gruendlichere praktische Grundausbildung wuerde in Oesterreich die Verkehrssicherheit erhoehen. (KfV/A)

  • Corporate Authors:

    UNIVERSITAET WIEN, GEISTES- UND KULTURWISSENSCHAFTLICHE FAKULTAET, INSTITUT FUER JAPANOLOGIE

    WIEN,   OESTERREICH  A-1010
  • Authors:
    • KUECHL, M
  • Publication Date: 2003

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 203S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01205202
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 8:17PM