Buslotsen im Schuelerverkehr. Erstmaliger Einsatz in der niederoesterreichischen Marktgemeinde Traisen

Das Buslotsenprojekt wurde von Oktober 2002 bis Juni 2003 als Pilotversuch durchgefuehrt. Aufgrund des sehr zufriedenstellenden Ergebnisses wurde danach entschieden, das Projekt fortzusetzen. Derzeit sind 15 Buslotsen taeglich im Einsatz. Der vorliegende Bericht beschreibt in Teil A den genauen Projektverlauf und stellt in Teil B Anleitungsmaterial zur Verfuegung. Am Projekt beteiligten sich der Buergermeister, VerkehrspaedagogInnen des Kuratoriums fuer Verkehrssicherheit, DirektorInnnen und SchuelerInnen der Haupt- und der Volksschule Traisen, Lehrkraefte und Eltern, die OEBB-Einsatzleitung St. Poelten, die Busfahrer und AusbildnerInnen der Exekutive Wien. In der ersten Phase wurden Vorgespraeche gefuehrt und die Ausgangslage mittels Verhaltensbeobachtungen an den Haltestellen und Befragungen erfasst. Drei Linienbusse mit je 50 Sitz- und 30 Stehplaetzen stehen den etwa 360 SchuelerInnen im Fruehverkehr zur Verfuegung. Die groesste Problemzone ist die Haltestelle beim Rathaus. Waehrend der Wartezeit wird gerauft und gerangelt, auf die Strasse gelaufen und dem einfahrenden Bus entgegengelaufen. Die Groesseren nehmen kaum Ruecksicht auf die Kleinen. Busfahrer beklagen den hohen Laermpegel, Stress bei den Haltestellen, Disziplinmangel, Sachbeschaedigung und Mist. In der zweiten Phase wurden alle Beteiligten informiert und das Buslotsenteam aufgestellt. Buslotsen muessen ein Mindestalter von 13 Jahren haben. Erforderlich sind Freiwilligkeit, Elterngenehmigung und Teilnahme an der Ausbildung. In der dritten Phase wurden die Buslotsen einer Intensivschulung unterzogen und in den Schulen Aktionstage durchgefuehrt. Ab April 2003 waren die Buslotsen im Einsatz. Sie sorgen an Haltestellen fuer mehr Sicherheit und weniger Stress, kuemmern sich darum, dass beim Einstieg nicht gedraengelt und den Kleinen der Vortritt ueberlassen wird. Im Bus achten sie darauf, dass die Sitzplaetze nicht unnoetig belegt sind und die Stehenden die Haltegriffe benutzen. Damit begann die vierte Phase, in der eine Nacherhebung und eine Buslotsen-Ehrung durchgefuehrt wurden. Die Befragung der 15 Buslotsen zeigte eine sehr positive bis eher positive Einstellung. Die Buslenker berichteten von deutlichen Verbesserungen im Verhalten der SchuelerInnen. Die Befragung der SchuelerInnen zeigte, dass sie die Buslotsen zum Grossteil akzeptieren und ernst nehmen. Die Eltern der Volksschulkinder bewerten das Projekt noch positiver. Sie sind ueberwiegend der Meinung, dass der Einstieg ruhiger verlaeuft und sich die SchuelerInnen ruecksichtsvoller verhalten. (KfV/A)

  • Corporate Authors:

    KURATORIUM FUER SCHUTZ UND SICHERHEIT, WIEN (OESTERREICH), INSTITUT FUER VERKEHRSERZIEHUNG

    OELZELTGASSE 3
    WIEN,   OESTERREICH  A-1031
  • Authors:
    • Weber, K
    • RAUCH, J
    • SIGL, U
    • WOELFL, J
  • Publication Date: 2003

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 72S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01205184
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 8:17PM