Chipkartensysteme fuer mittlere und kleinere Verkehrsunternehmen, Erfahrungen und Anforderungen

Berichtet wird ueber die Verkehrsunternehmen in Lueneburg, Oldenburg, Buchholz, Lindau, Euskirchen, Kulmbach und Kaufbeuren. In Lueneburg und Oldenburg wurde 1990 und 1991 der Betrieb des FAHRSMART Systems, basierend auf Chipkarten mit elektronischem Fahrschein und Check-In-Check-Out-Terminals in den Fahrzeugen, aufgenommen. In Buchholz wurde 1996 der BUCHHOLZ BUS mit einem auf Fahrscheinautomaten basierenden Fahrgelderhebungssystem unter Einbezug der elektronischen BUCHHOLZ BUS City-Card eingefuehrt. In Lindau nahm 1994 ein Stadtbusverkehr seinen Betrieb auf, bei dem ueber Fahrscheinautomaten sowohl mit Bargeld als auch mit einer Bus-Chipkarte im Fahrzeug Fahrscheine erworben werden koennen. Die Systeme FAHRSMART und BUCHHOLZ BUS CityCard werden genauer vorgestellt. Mit den Chipkartensystemen wollten die Verkehrsunternehmen die Attraktivitaet des OePNV erhoehten und den Aufwand fuer das Fahrgeldmanagement reduzieren. Die Erfahrungen aus dem mehrjaehrigen Betrieb werden anhand von verschiedenen Kennzahlen aufbereitet. So betragen beispielsweise die bargeldlosen Umsatzanteile an den Einzelfahrscheinverkaeufen in Oldenburg und Lueneburg etwa ein Viertel und in Buchholz mehr als die Haelfte. Die Befuerchtungen, die per Chipkarte moegliche Bestpreisermittlung fuehre zu nennenswerten Mindereinnahmen, sind nicht berechtigt. Aus den bisherigen Erfahrungen werden Anforderungen an ein Chipkartensystem fuer Stadtbus-, Ortsbus und Regionalverkehre abgeleitet. Der bargeldlose Fahrscheinverkauf wird von den Fahrgaesten dann angenommen, wenn die Nutzung des Chipkartensystems nicht mit zusaetzlichen Zugangshuerden belastet wird und die Nutzungsmoeglichkeiten ausreichend publiziert werden. Fahrgastbedienter bargeldloser Fahrscheinverkauf setzt Zeitpotenzial frei, das zur Linienbeschleunigung und/oder zu erhoehter Wirtschaftlichkeit fuehrt. Der groesste Nutzen wird durch Synergieeffekte ueber eine Multifunktionalitaet des eingesetzten Kartenmediums erzielt. Die Chipkarte wird im Bereich der mittleren Unternehmen zunaechst mehr als Marketinginstrument gesehen, den OePNV populaerer zu machen. Bevorzugt wird ein Kartentyp, der ueber einen moeglichst hohen Verbreitungsgrad verfuegt. Bei einigen Verkehrsunternehmen existiert bereits die Erkenntnis, dass sich wirtschaftliche Potenziale hinsichtlich einer Linienbeschleunigung erschliessen und wertvolle Daten hinsichtlich der betrieblichen Zukunftsplanung des Unternehmens gewinnen lassen. (KfV/A)

  • Authors:
    • MUELLER, A
  • Publication Date: 2001

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01204769
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 8:07PM