Sicherheitsgewinn durch funkgestuetzte Unfallwarnungen im Kfz: Entwicklung und Evaluation eines MMI (Man-Machine-Interface) fuer funkgestuetzte Unfallwarnungen

Nach Schaetzungen fuer die USA koennten 60 Prozent der Kreuzungsunfaelle und 30 Prozent aller Auffahrunfaelle vermieden werden, wenn der Fahrer eine halbe Sekunde laenger Zeit zum Reagieren haette. In den Sekunden vor dem Unfall durchlaeuft der Fahrer ein Kontinuum von normaler Fahrt ohne Vorkommnisse bis zur aktuellen Kollisionssituation. Der Aufwand, um einen Unfall zu vermeiden, steigt mit abnehmender Zeit dramatisch an. Bei einem nicht unerheblichen Teil der Verkehrsunfaelle steht dem Fahrer aufgrund unuebersichtlicher Bedingungen an Stauenden oder aufgrund schlechter Sichtverhaeltnisse nur wenig Zeit zur Verfuegung um situationsadaequat zu reagieren. Hier kann eine direkte Uebermittlung von Unfall- und Stauinformationen zwischen den Fahrzeugen mittels eines Funkwarnsystems den Fahrer unterstuetzen und vor Hindernissen warnen, noch bevor der Fahrer diese selbst erkennen kann. Auf diese Weise gewinnt der Fahrer die Zeit um angemessen zu reagieren und einen Unfall zu vermeiden. Das MMI (Man-Machine-Interface) eines entsprechenden funkgesteuerten Warnsystems wurde von der Universitaet Regensburg in Auftrag der Automobil- und Zulieferindustrie mit entwickelt und evaluiert. In der ersten Phase der experimentellen Evaluation wurden verschiedene Darstellungsmoeglichkeiten eines MMI zur Uebermittlung der Gefahrenwarnung im Fahrsimulator untersucht. Kriterien waren hierbei eine leicht erfassbare visuelle Darstellung, eine effektive akustische Ankuendigung mit Sprachausgabe, sowie die Auswirkungen unterschiedlicher Fehlalarm-Quoten. In der zweiten Phase der experimentellen Evaluation wurden die Erkenntnisse der Simulatorversuche fuer die Konstruktion eines Prototypen genutzt, der in einem Feldversuch erprobt wurde. Ziel des Feldversuchs war es festzustellen, ob zum einen durch die Vorauswarnung ein Sicherheitsgewinn feststellbar ist, und ob zum anderen eine potenzielle Ablenkung des Fahrers durch das Geraet auftreten kann. Kriterien waren neben Geschwindigkeitsverlaeufen und Blickverhalten, die durch Experten (Fahrlehrer) eingeschaetzte Auswirkung einer Warnung auf die Verkehrssicherheit in der jeweiligen Fahrsituation. Ausserdem wurden Daten zur Akzeptanz des Systems und zur subjektiven Beurteilung in Form von Situationsfrageboegen erhoben. Die festgestellten Geschwindigkeitsverlaeufe zeigen, dass durch die Warnung vor einer potenziellen Gefahrenstelle eine drastische Reduzierung von Auffahrunfaellen zu erwarten waere, eine ausreichende Dichte von Fahrzeugen mit eingebautem System vorausgesetzt. Die im Fahrversuch mitfahrenden Experten notierten in der ueberwiegenden Zahl der Faelle einen deutlichen Sicherheitsgewinn. Bei der Befragung der Probanden zeigte sich eine hohe Akzeptanz und ein eindeutiger subjektiver Sicherheitsgewinn. (A)

  • Authors:
    • DAHMEN-ZIMMER, K
    • SCHNEIDER, C
    • KOSTKA, M
    • MARBERGER, C
    • ZIMMER, A
  • Publication Date: 2003

Language

  • German

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Filing Info

  • Accession Number: 01204585
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 8:03PM