Aktive und passive Sicherheit gebrauchter Leichtkraftfahrzeuge

Die Klasse der Leichtkraftfahrzeuge (LKfz) unterliegt in Deutschland bislang keiner Zulassungspflicht und damit auch keiner regelmaessigen technischen Ueberwachung. Es handelt sich hierbei um Fahrzeuge mit einer Leermasse unter 350 kg und einer zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit von 45 km/h. Das aeussere Erscheinungsbild der LKfz aehnelt dem eines normalen Kleinwagens. Die Fahrzeuge erhalten ein Versicherungskennzeichen, als Fahrerlaubnis wird ein Fuehrerschein der Klasse B benoetigt. Im Rahmen dieser Forschungsarbeit wurde untersucht, ob von der Einfuehrung einer obligatorischen technischen Ueberwachung fuer LKfz ein Beitrag zur Verkehrssicherheit zu erwarten ist und wie eine solche Ueberpruefung aussehen sollte. Hierzu wurden stichprobenhaft drei gebrauchte LKfz unterschiedlicher Hersteller, ein neues LKfz sowie ein vergleichbarer kompakter Pkw beschafft. Die Untersuchung erfolgte in drei Schritten: - Die LKfz wurden zunaechst einer Hauptuntersuchung nach Paragraf 29 Strassenverkehrszulassungsordnung (StVZO) zugefuehrt und anschliessend einer darueber hinausgehenden Pruefung unterzogen. Dabei zeigten sich teilweise erhebliche, sicherheitsrelevante Maengel, die ohne eine Ueberpruefung unerkannt geblieben waeren. - Um Aussagen ueber die aktive Sicherheit der LKfz zu erhalten, wurden Versuche zur Fahrdynamik durchgefuehrt. Prinzipiell zeigten sich im Vergleich untereinander sowie mit dem normalen Kleinwagen keine wesentlichen Unterschiede in den fahrdynamischen Eigenschaften im Geschwindigkeitsbereich bis 45 km/h; es kam zu keinen kritischen Fahrsituationen. Allerdings wurden erst durch die Fahrversuche Defekte an der Bremse und der Lenkung bei je einem der LKfz entdeckt. - Zur Beurteilung der passiven Sicherheit wurden die LKfz, ausgeruestet mit einem Dummy, mit einer Geschwindigkeit von 35 km/h gegen einen starren Block gefahren. Auswirkungen auf die passive Sicherheit der LKfz aufgrund einer fehlenden technischen Ueberwachung konnten hierbei nicht nachgewiesen werden. Grundsaetzlich zeigte sich jedoch, dass bei der passiven Sicherheit der LKfz ein erhebliches Verbesserungspotenzial besteht. Resultierend aus den Ergebnissen dieser Untersuchungen ergibt sich folgende Forderung: Zur Verbesserung der Verkehrssicherheit sollte eine regelmaessige technische Ueberwachung der LKfz eingefuehrt werden. Die Ueberpruefung sollte in Anlehnung an die Hauptuntersuchung von Pkw erfolgen, im Pruefumfang jedoch speziell auf die LKfz abgestimmt werden. Hierzu gehoert insbesondere eine kurze Probefahrt, um Maengel an der Bremsanlage beziehugnsweise Lenkanlage oder Manipulationen an der Drosselung der Geschwindigkeit feststellen zu koennen. Bericht zum Forschungsprojekt 01510 der Bundesanstalt fuer Strassenwesen. Titel in Englisch: Active and passive safety of used light quadricycles. The ENGLISH ABSTRACT is available at http://www.bast.de/htdocs/veroeffentlichung/kurzfass/f44.htm.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01204010
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:50PM