Feste Fahrbahn - Grundlagen, Entwicklungen, Ausblicke

Feste Fahrbahnen - haeufig auch als schotterloser Oberbau bezeichnet - haben aufgrund der erheblich verringerten Erhaltungsaufwendungen, der laengeren Nutzungsdauer, der verbesserten Genauigkeit der Fahrspur und der damit verbundenen Laufruhe der Fahrzeuge zahlreiche Vorteile. Diese rechtfertigen unter bestimmten Bedingungen die hoeheren Erstinvestitionskosten. Mit der im Bahnhof Rheda im Zuge der DB-Strecke Bielefeld-Hamm Anfang der 1970er Jahre eingebauten Festen Fahrbahn begann in Deutschland die systematische Anwendung dieser und daraus abgeleiteter Oberbauformen. Ausser dem Schleifen der Schienen ist dort noch kein nennenswerter Erhaltungsaufwand angefallen. Feste Fahrbahnen ermoeglichen kaum nachtraegliche Aenderungen der Gleisanlage, was einer ihrer wesentlichen Nachteile ist. Der Aufbau eines Oberbaus der Festen Fahrbahn ist mehrschichtig und wurde von der mehrschichtigen Deckenbauweise fuer Strassen und Flugzeugrollbahnen abgeleitet. Einzelne Konstruktionsarten werden beschrieben und graphisch dargestellt. Die Oesterreichischen Bundesbahnen OEBB bauten die ersten Festen Fahrbahn-Systeme zunaechst in Form der Bauart Rheda. Aufgrund der eingeschraenkten Sanierungsmoeglichkeiten nach Unfaellen und der vor allem gegenueber Schotteroberbauten kritischeren Schall- und Erschuetterungsemissionen wurden jedoch bald eigene Entwicklungen vorgenommen. Die OEBB entwickelten gemeinsam mit der Firma Porr ein System mit elastisch gelagerten Gleistragplatten, sowohl fuer Freiland- als auch fuer Tunnelstrecken. Fertigteilplatten aus Stahlbeton koennen durch Aufspindeln lagemaessig genau eingerichtet und anschliessend mit Beton vergossen werden. Weichen in Fester Fahrbahn werden in Tunnelstrecken entsprechend einer oesterreichischen Entwicklung mit Weichenbetonschwellen in Gummischuhen, die den Hauptteil der Schieneneinsenkungen ermoeglichen, ausgefuehrt. Da besonders in Tunnelstrecken durch den Einbau von Festen Fahrbahnen der Luftschallpegel so hoch wird, dass es zu einer Laermbelaestigung der Fahrgaeste kommt, wurden von den OEBB unterschiedliche Absorbersysteme getestet und daraus Regelbauarten abgeleitet. Diese sehen die Anordnung von Absorberplatten zwischen den Schienen und zwischen den Stuetzpunkten auch allenfalls unter den Schienen vor. Zusaetzlich wird der Bereich zwischen den Gleisen von zwei- und mehrgleisigen Tunneln mit Gleisschotter oder Einkornbeton aufgefuellt. Mit Hilfe eines Masse-Feder-Systems werden die entstehenden Erschuetterungen auf ein ertraegliches Mass verringert. Neben der zweifelsfrei gegebenen hohen technischen Qualitaet von Festen Fahrbahnen ist es erforderlich, die Wirtschaftlichkeit laufend zu verbessern. (KfV/A)

  • Authors:
    • PICHLER, D
  • Publication Date: 2000

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203957
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:49PM