Der Konkurrenzkampf der Eisenbahn. Eine historische Betrachtung

In vielen Staaten waren und sind die Eisenbahnen oft harter Kritik ausgesetzt. Nur langsam setzt sich die Erkenntnis durch, dass die Eisenbahn zu den umweltfreundlichsten Verkehrsmitteln mit grosser Kapazitaet gehoert. Zum Verstaendnis der gegenwaertigen Lage wird die Entstehung und Entwicklung der Transportmittel Mensch, Schiff, Flugzeug sowie Landverkehr mit Tragtier, Fuhrwerk, Eisenbahn und Kraftwagen dargestellt. Anschliessend werden die Staerken und Schwaechen der einzelnen Verkehrstraeger ohne Beruecksichtigung der oekologischen Folgen und der Unfallhaeufigkeit herausgearbeitet. Obwohl die Eisenbahn von ihrer im Landtransport beherrschenden Stellung durch Kraftfahrzeuge und Flugzeug verdraengt wurde, ist sie diesen nach wie vor in verschiedenen Bereichen ueberlegen, ganz besonders im Gueterfernverkehr. Um diese Ueberlegenheit zu erhalten und auszubauen, sind laufend Verbesserungen und Investitionen erforderlich. Die Bahn muss einerseits rationalisieren und sich andererseits den Kundenwuenschen anpassen. Anlagen sollten auf das unbedingt notwendige Ausmass reduziert werden, um den Erhaltungs- und Erneuerungsaufwand zu senken. Bahnlinien, die wegen geringer Frequenz nicht kostendeckend gefuehrt werden koennen, sollten aufgelassen, Zuege, die schwach besetzt sind, eingestellt werden. Investitionen sind dort einzusetzen, wo Kapazitaetserhoehung noetig ist und wo durch die Verbesserung bestehender Anlagen beziehungsweise durch zusaetzliche Anlagen eine Beschleunigung und Rationalisierung der Betriebsabwicklung oder ein hoeherer Komfort sowie eine groessere Sicherheit fuer die Kunden erreicht werden kann. Um die Umladetaetigkeit moeglichst kostenguenstig gestalten zu koennen, muessten in Abstaenden von 50 bis 100 Kilometern moderne Gueterumschlagplaetze mit Containerkraenen errichtet werden. Die Tarife sollten uebersichtlich und kostendeckend sein. Die Frage ist allerdings, welche Kosten abgedeckt werden muessten, um die verzerrten Wettbewerbsbedingungen zwischen Schiene und Strasse auszugleichen. Die Kosten fuer die Infrastruktureinrichtungen der Bahn muss durch den Staat erfolgen, der ja auch die Strassen baut und erhaelt. Da der Staat die Verkehrsregelung durch die Polizei bezahlt, sollte diese auch auf der Schiene vom Staat bezahlt werden. Der Staat hebt jedoch fuer die Bedeckung der erwaehnten Aufgaben auf der Strasse Steuern und Abgaben ein. Deshalb ist von der Bahn ebenfalls ein Benutzungsentgelt an den Staat zu entrichten. Die Bedeutung der Eisenbahn ist unumstritten und sie wird in Zukunft durch die Notwendigkeit der Entlastung der Strassen noch zunehmen. Daher sollten sich nicht nur die Bahnverwaltungen, sondern auch die Politiker fuer die Schaffung der entsprechenden wirtschaftlichen Voraussetzungen der Bahnen einsetzen. (KfV/A)

  • Authors:
    • FECHTNER, K
  • Publication Date: 2000

Language

  • German

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Filing Info

  • Accession Number: 01203953
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:49PM