Wie falsch beleuchten wir unsere Tunnels?

Der Beitrag diskutiert, wie weit die heute geltenden Normen und Empfehlungen fuer die Beleuchtung von Strassentunneln am Tag den Anforderungen entsprechen und ob eine ausreichende Verkehrssicherheit nicht auch mit einem geringeren Beleuchtungsniveau gewaehrleistet werden koennte. In den derzeitigen Richtlinien ist der Sehaufgabe eine Verkehrssituation zugrunde gelegt, die in der Verkehrspraxis kaum mehr relevant ist, naemlich ein quasi leerer Tunnel, auf den der Fahrer allein zufaehrt. In den meisten Faellen faehrt ein Fahrer heute in einer Kolonne oder zumindest hinter einem anderen Fahrzeug in einen Tunnel ein. Hinter einem Lkw wird das Gesichtsfeld zudem nicht mehr allein durch die Tunnelfahrbahn und -waende, sondern zu einem erheblichen Teil auch von den Lkw-Rueckwaenden bestimmt. Ueberprueft werden muss der CEN-Normenentwurf, der davon ausgeht, dass die Sehaufgabe des Fahrers mit zunehmender Verkehrsdichte schwieriger wird. Das trifft auf den kompakten Kolonnenverkehr mit Sicherheit nicht zu. Fuer die wenigen Tunnel, in denen Fussgaenger zugelassen sind, ist die sogenannte "small target visibility" eine zu starke Bedingung. Bei der Normierung sollte die Tunnelbeleuchtung viel staerker als heute nach der Verkehrssituation differenziert werden. Gemaess den Empfehlungen der Internationalen Beleuchtungskommission CIE wird die Dimensionierung der Tunnelbeleuchtungsanlagen und die tages- und jahreszeitliche Fuehrung der Beleuchtung mehrheitlich mit Hilfe der Leuchtdichte der Annaeherungsstrecke, in einigen Laendern mit Hilfe der aequivalenten Schleierleuchtdichte durchgefuehrt. Die Berechnungsmethoden basieren auf der visuellen Situation des Fahrers. Die noetige Leuchtdichte der Einsichtstrecke laesst sich als Funktion der Summe der Streuleuchtdichten mit verschiedenen Methoden bestimmen. Bei der Tunnelbeleuchtung mit Hilfe der aequivalenten Schleierleuchtdichte wird in den meisten Faellen die Streuleuchtdichte der Luft und der Windschutzscheibe vernachlaessigt, was zu erheblichen Fehlern fuehren kann. (KfV/A)

  • Authors:
    • BLASER, P
  • Publication Date: 1998

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203402
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:20PM