Erweiterte Rekonstruktionsmoeglichkeiten von Pkw-Fussgaengerunfaellen und Motorrad-Fussgaengerunfaellen auf der Basis des Mehrkoerpersystems Madymo

Fuer die Rekonstruktion von Motorrad-Fussgaengerunfaellen lagen im Gegensatz zu Pkw-Fussgaengerunfaellen bis vor kurzem ueberhaupt keine Versuchsergebnisse vor. Es wird versucht, dieses Defizit durch rechnerische Simulation auszugleichen. Die Simulation bietet sich auch fuer die Untersuchung von Pkw-Fussgaengerunfaellen an, zum Beispiel koennen so auch Unfaelle mit hoher Kollisionsgeschwindigkeit analysiert werden. Programme zur Simulation des Pkw-Fussgaengerunfalls sind nicht neu, doch lag allen bisherigen Ansaetzen die Fahrzeugsicherheit als Zielsetzung zugrunde. Nach einem Fussgaengerunfall sind am ehesten die Schaeden am Pkw und die Verletzung des Fussgaengers bekannt. Diese hochwertigen Indizien fuer den Ablauf des Unfalls und die Hoehe der Kollisionsgeschwindigkeit wurden bisher schlecht ausgenutzt. Fuer die Simulation bieten sich grundsaetzlich zwei Methoden an: 1. Aufstellen eines Mehrkoerpersystems (MKS) und 2. Finite Elemente Methode (FEM). Verwendet wurde das Berechnungsprogramm Madymo 3 D Version 5.2 von Delft Holland. Die Verifizierung des Modells erfolgte fuer einen eng definierten Bereich, der durch Versuche abgesichert war, und zwar fuer den Pkw, fuer Kollisionsgeschwindigkeiten bis zu 50 Stundenkilometern, fuer eine Verzoegerung von vier bis zehn Metern je Sekunde zum Quadrat, fuer den mittleren Frontbereich als Anstossstelle am Pkw und fuer erwachsene Fussgaenger mit einer Groesse von 1,7 Metern und 70 Kilogramm Gewicht sowie einer Fussgaengergeschwindigkeit von bis zu vier Metern pro Sekunde. Besondere Sorgfalt wurde auf die Modellierung des Pkw verwendet. Fuer die praktische allgemeine Anwendung waeren ganze Fahrzeugklassen beziehungsweise eine grosse Zahl einzelner Fahrzeuge zu modellieren und in einer Fahrzeugdatenbank bereitzuhalten. Eine aehnliche Vorgangsweise waere fuer Fussgaenger nach verschiedenen Groessen und Gewicht moeglich. Weitere Verifizierungen sind fuer hohe Kollisionsgeschwindigkeiten und fuer streifende Anstoesse erforderlich. Derzeit ist die Anwendung von Madymo sehr teuer. Der Motorrad-Fussgaengerunfall kann in aehnlicher Weise behandelt werden. Die Modellierung erforderte allerdings noch zusaetzlichen Programmieraufwand und die Simulation der zweiten Person, naemlich des Motorradfahrers. Die Modellierung des Gesamtsystems ist abgeschlossen, das Problem bei diesem Unfalltyp liegt in der Verifizierung des Modells anhand von Versuchen. Am Institut fuer Fahrzeugtechnik in Berlin wurden bisher 12 Versuche bis zu einem Geschwindigkeitsbereich von etwa 50 Stundenkilometern durchgefuehrt, was noch laengst nicht ausreichend ist. Dem Beitrag sind zahlreiche graphische und fotografische Illustrationen beigefuegt. (Zur Gesamtaufnahme siehe IDS-Nummer D335617). (KfV/A)

  • Authors:
    • RAU, H
  • Publication Date: 1997

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203395
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:20PM