Analyse von Unfaellen im Laengsverkehr - Historie und aktueller Stand, Kenngroessen der Unfallschwere

Die deutsche Unfallstatistik kennt sieben Haupt-Unfalltypen. Typ 6 ist der Unfall im Laengsverkehr. Dies ist ein Unfall, der durch einen Konflikt zwischen Verkehrsteilnehmern ausgeloest wird, die sich in gleicher oder entgegengesetzter Richtung bewegen. 1991 gab es in Deutschland innerorts 61.298, ausserorts 68.583 und auf Autobahnen 25.896 Unfaelle im Laengsverkehr. 1995 waren es innerorts 69.197, ausserorts 71.846 und auf Autobahnen 24.168 Unfaelle im Laengsverkehr. 1995 wurden bei diesen Unfaellen innerorts 261, ausserorts 1.842 und auf Autobahnen 412 Menschen getoetet. Die Zahl der Getoeteten ging gegenueber 1991 zurueck. Die Zahl der Schwer- und Leichtverletzten ging innerorts und auf Autobahnen zurueck, ausserorts dagegen war ein Anstieg zu beobachten. Grosse Rueckgaenge gab es auch bei Unfaellen mit schwerem Sachschaden. Bei der Betrachtung der einzelnen Strassenkategorien faellt auf, dass Strassen mit gutem Ausbauzustand viele Unfaelle aufweisen. Fuer die Beurteilung der Unfallschwere wurden und werden Kenngroessen erarbeitet. Mechanische Kenngroessen werden unter Beruecksichtigung der verfuegbaren Daten nach Verkehrsunfaellen berechnet. Dafuer gibt es verschiedene Programme. Wenn die Verletzungsschwere auf einen bestimmten Unfalltyp abgestellt ist, korreliert sie im statistischen Sinn mit den verschiedenen Unfallschwereparametern. Zur Beschreibung der Unfallschwere gibt es Klassifizierungssysteme, zum Beispiel die Abbreviated Injury Scale oder die Occupant Injury Classification. Massnahmen zur Reduzierung der Unfallzahlen im Laengsverkehr im innerstaedtischen Bereich sind vor allem deutliche und eindeutige Markierungen sowie die Vermeidung von uebermaessiger Informationsflut. Auf Landstrassen ausserorts muessen Unfallschwerpunkte durch bauliche Massnahmen und gezielte Geschwindigkeitsbegrenzungen entschaerft werden. Das Versagen der Fahrzeuglenker laesst sich durch systematische Massnahmen nicht verhindern. Hier muss auf den verstaerkten Einsatz der Elektronik gewartet werden. Viele Unfaelle koennten mit ihrer Hilfe durch vorgelagerte Reaktionen verhindert werden. In Sicht sind auch Ueberwachungssysteme im Fahrzeug, die permanent das Umfeld auf moegliche Gefahren ueberpruefen und im Sinne der Unfallverhuetung eingreifen. (Zur Gesamtaufnahme siehe IDS-Nummer D335617). (KfV/A)

  • Authors:
    • Burg, H
  • Publication Date: 1997

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203394
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:20PM