Weiterfuehrung der Kompaktasphalt-Idee Einbau "heiss auf warm"

Beim gleichzeitigen Einbauen und Verdichten von Deck- und Binderschicht nach dem "Kompaktasphalt"-Prinzip erweisen sich folgende Punkte als vorteilhaft: 1. Die Deckschichtdicke kann duenner gewaehlt werden, da durch das erheblich langsamere Abkuehlen ausreichend Zeit fuer eine hohe Verdichtung verbleibt. 2. Verschmutzung und Feuchtigkeit in den Schichtgrenzen koennen ausgeschlossen werden. Im Bereich der heissen Schichtgrenze findet eine Verzahnung statt. 3. Durch die duennere Deckschicht koennen Mineralstoffe eingespart werden, deren Eigenschaften nur an der Oberflaeche benoetigt werden (Griffigkeit, Helligkeit). Fuer den gleichzeitigen Einbau wurden technisch sehr aufwendige Geraete oder Zusatzgeraete entwickelt, die den Einbau verteuern, nicht jedem Mitbewerber zugaenglich sind und nur fuer diese Form des Einbauens eingesetzt werden koennen. Eine moegliche Variante mit weniger maschinentechnischem Aufwand ist mittlerweile als Einbauverfahren "heiss auf warm" bekannt geworden. Hierbei wird die duenne Deckschicht - mit allen Vorteilen - auf die noch warme Unterlage eingebaut, deren Verdichtung aber bereits abgeschlossen ist. Fuer das Verfahren werden zwei konventionelle Einbauzuege bestehend aus Lkw, Fertiger und Walzen benoetigt, die moeglichst dicht hintereinander fahren. Damit der Lkw mit dem Mischgut fuer die obere Schicht zwischen die Fertiger gelangen kann, ist allerdings eine Fahrspur neben der Einbaubahn erforderlich. Es werden die Erfahrungen bei Anwendung des Bauverfahrens auf zwei Bundesautobahnen und einer Bundesstrasse vorgestellt. Auf der A 43 bei Muenster konnte im Zuge einer Erneuerung des Standstreifens ein umfangreiches Versuchsprogramm durchgefuehrt werden. Zunaechst wurden Temperaturverlaeufe und Dichtezunahmen im Binder in Abhaengigkeit vom Walzeneinsatz gemessen sowie die Befahrbarkeit der Binderschicht mit Mischguttransportern in Abhaengigkeit von der Temperatur und des Verdichtungszustandes ueberprueft. Mit diesen Kenntnissen wurden zwei Teilabschnitte nach dem Verfahren "heiss auf warm" realisiert. Auf der A 8 bei Zweibruecken wurde die komplette Fahrbahn einer Teilstrecke erneuert. Einzelne Teilabschnitte wurden konventionell oder nach dem "Kompaktasphalt"-Verfahren sowie nach dem Verfahren "heiss auf warm" eingebaut. Auch beim Bau der Ortsumgehung Genthin kamen diese Verfahren zum Einsatz. Das Verfahren "heiss auf warm" hat sich fuer den Einbau duenner Asphaltdeckschichten auf noch warmer Unterlage in den bisherigen Baumassnahmen bewaehrt.

Language

  • German

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  • Pagination: 406-9
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  • Accession Number: 01203332
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:18PM