Wechselbeziehungen zwischen Raumplanung, Verkehr und Energie

Der enge Zusammenhang zwischen Energieaufwand, Mobilitaet und Verkehr und Raumplanung wird im historischen Kontext erlaeutert. Solange zur Ueberwindung von Entfernungen nur koerpereigene Energie zur Verfuegung stand, bestanden raeumliche Systeme, die bei optimaler Ressourcennutzung minimalen Mobilitaetsaufwand erforderten. Historische europaeische Staedte koennen in ihrer Vielfalt und ihren lokal angepassten menschlichen Dimensionen als eine energetische Ordnung des Verkehrssystems angesehen werden. Die Moeglichkeit der Nutzung externer technischer Energie zur Raumueberwindung fuehrte zu neuen Verkehrs- und Raumstrukturen. Vor allem durch die Motorisierung wurden alle optimierten und optimalen Raumstrukturen in wenigen Jahrzehnten zerstoert. Das Verkehrssystem und die dabei eingesetzte Energie bildet, veraendert oder zerstoert Strukturen. Die frueher vorhandene lokale hohe Ordnung im Raum zerfaellt auf das niedrigst moegliche Niveau. Funktionen, wie Arbeiten, Einkaufen, Kultur, Freizeit und Bildung sind nun ausgelagert und an anderen Orten konzentriert. Waehrend das Mobilitaetsbudget gleich blieb, stieg mit der Einfuehrung technischer Verkehrssysteme der Mobilitaetsaufwand und damit der Energieaufwand. Energie hat auf das Verkehrssystem eine wesentlich staerkere Wirkung als Ziele und Massnahmen der Raumordnung. Raumordnerische Massnahmen koennen erst dann greifen, wenn die Bilanz der Koerperenergie wieder ins Gleichgewicht und so die Energie des Verkehrssystems unter Kontrolle gebracht wird. Praktisch ist dies nur an den Ausgangs- und Endpunkten der Wege moeglich, also durch Organisation der Parkraeume. Es duerfen keine Stellplaetze an den Aktivitaeten Wohnen, Arbeiten, Einkauf und so weiter ausgewiesen werden, die naeher liegen als die Haltestellen eines attraktiven oeffentlichen Verkehrsmittels. Fuer eine grundsaetzliche Aenderung der Raumstrukturen und um die physiologisch gegebenen zwingenden Abhaengigkeiten zum vermehrten Energieverbrauch im Verkehrssystem abzubauen, werden gefordert: die Aenderung der Raumordnung und Garagenordnung; die Schaffung autofreier Bereiche sowie ein konzentriertes Abstellen der Fahrzeuge in Garagen, die zumindest so weit entfernt sind wie die Haltestelle eines oeffentlichen Verkehrsmittels. (KfV/H)

  • Authors:
    • KNOFLACHER, H
  • Publication Date: 1998

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203184
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:15PM