Untersuchung von Unfaellen auf Eisenbahnkreuzungen. Datenerfassung - Beschreibende Statistik. Unfallanalytische Voruntersuchung

Niveaugleiche Kreuzungen zwischen Anlagen des Eisenbahnverkehrs und Anlagen des Kraftfahrzeugverkehrs sind besondere Gefahrenstellen im Strassen- sowie im Schienennetz, bei denen insbesondere die Unfallschwere und daher auch die Unfallkosten hohe Werte aufweisen. Im gesamten oesterreichischen Bundesgebiet bestehen derzeit ueber 7.000 niveaugleiche Eisenbahnkreuzungen, auf denen sich jaehrlich im Mittel etwa 200 Unfaelle mit Strassenverkehrsteilnehmern ereignen. Ziel des Forschungsvorhabens war es, mittels Zusammenstellung und Aufbereitung von Unfalldaten sowie beschreibenden statistischen Auswertungen eine Basis fuer weitergehende umfassende unfallanalytische Untersuchungen zum Unfallgeschehen auf Eisenbahnkreuzungen zu erstellen. Fuer die Untersuchung wurde als raeumliche Abgrenzung das Bundesland Niederoesterreich und als zeitliche Abgrenzung ein Zeitraum von 5 Jahren, und zwar die Jahre 1988 bis 1992, gewaehlt. Innerhalb dieses Untersuchungsrahmens wurden saemtliche zur Verfuegung stehenden Verkehrsunfallanzeigen von Unfaellen auf Eisenbahnkreuzungen auf OEBB-Strecken erhoben, aufbereitet, ausgewertet und jene des Jahres 1992 auch im Sinne einer Voruntersuchung unfallursaechlich analysiert. Insgesamt standen zur Bearbeitung 358 Unfaelle auf Eisenbahnkreuzungen mit Personenschaden und Sachschaden zur Verfuegung. Die Auswertung der Unfalldaten erfolgte nach Unfallschwere (Personenschaden, Sachschaden), Unfallzeit (Tageszeit, Wochentage, Monat), Unfallbeteiligten (Geschlecht, Alter, Verunglueckte, Art der Verkehrsteilnahme), Fahrbahnzustand und Lichtverhaeltnissen, Sicherungsart der Eisenbahnkreuzung (technisch gesichert und nicht technisch gesichert), Strassenart (Bundesstrassen, Landesstrassen, Gemeindestrassen) und Verkehrsbelastung. Die Ergebnisse zeigen keine signifikanten Zusammenhaenge zwischen Unfaellen auf Eisenbahnkreuzungen (EK) und der Tageszeit. Auffallend ist eine hohe Unfallhaeufigkeit an Montagen. Bei den Unfallbeteiligten zeigt sich eine gleichmaessige Verteilung ueber alle Altersgruppen. Pkw sind mit 75 Prozent, Zugmaschinen mit 8 Prozent und Lkw mit 12 Prozent an Unfaellen auf EK beteiligt, Radfahrer und Motorradfahrer mit insgesamt 4 Prozent. Letztere haben jedoch einen Anteil von 28 Prozent an den Getoeteten. Bei den technisch gesicherten EK weisen die mittels Vollschranken gesicherten geringe Unfallzahlen auf. Technisch durch Halbschranken oder Lichtzeichenanlagen (gelb/rot oder Blinklicht) gesicherte EK haben statistisch eine hoehere Unfallhaeufigkeit als es der Haeufigkeit ihres Vorkommens entspricht. Bei nicht technisch gesicherten EK ist die Unfallhaeufigkeit bei jenen, die lediglich durch Gewaehrleisten des erforderlichen Sichtraumes gesichert sind, doppelt so hoch wie auf EK, die durch die Abgabe akustischer Signale gesichert sind. EK mit Landesstrassen weisen mit 53 Prozent den hoechsten Anteil am Unfallgeschehen auf. Nur 15 Prozent der Unfaelle ereignen sich auf EK mit Bundesstrassen. Um hinsichtlich der Unfallursachen auf EK gesicherte Aussagen treffen zu koennen, war die gewaehlte Stichprobe zu gering, dennoch sind ansatzweise Aussagen moeglich. (KfV/H)

  • Authors:
    • Marx, E
    • Pichler, C
    • SKORIC, B
  • Publication Date: 1998

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203174
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:15PM