Tempo 30/50 in Graz. Persoenlichkeit, Intelligenz und Belastbarkeit verkehrs- beziehungsweise alkoholauffaelliger Pkw-Lenker und Akzeptanz dieser Massnahme

Am 1. September 1992 wurde in der steirischen Landeshauptstadt Graz "Tempo 30 - ausgenommen Vorrangstrassen" vorerst als Modellversuch eingefuehrt. In den ersten 2 Jahren nach Einfuehrung von Tempo 30 zeigten sich grosse Erfolge im Hinblick auf die Einstellung der Grazer Bevoelkerung zu diesem Modellversuch, ausserdem gingen die Unfallzahlen erheblich zurueck. Nach dem Jahre 1994 stiegen die Unfallzahlen zwar nicht wieder an, aber der Unfallrueckgang stagnierte. Deshalb wurde das Thema "Tempo 30" im Jahre 1996 wieder neu aufgegriffen und Diskussionen darueber neu entfacht. Im theoretischen Teil dieser Arbeit wird auf Gegebenheiten eingegangen, die im Strassenverkehr eine wesentliche Rolle spielen. So hat die Gestaltung des Strassenraumes einen starken Einfluss auf das Wohlbefinden der Anrainer und Verkehrsteilnehmer. Der Anhalteweg, fuer den Geschwindigkeit, Reaktionsleistungsvermoegen, Konzentration, Ablenkung und Fahrzeugbeschaffenheit sowie die Beschaffenheit der Fahrbahn bestimmend sind, wird eroertert. Anschliessend wird auf die Persoenlichkeit und ihre Auswirkungen auf das Verhalten im Strassenverkehr naeher eingegangen. Hier ist es vor allem die hohe Risikobereitschaft einiger Personen, die negative Konsequenzen auf das Verkehrsverhalten haben. Es wird auch die Problematik des Alkohol-, Drogen- und Medikamentenkonsums behandelt. In einem weiteren Kapitel werden die vom Kuratorium fuer Verkehrssicherheit eingesetzten Verfahren bei der verkehrspsychologischen Untersuchung zur Testung der Fahreignung beschrieben. Die Untersuchungsergebnisse zum Thema "Tempo 30 in Graz" werden ausfuehrlich dargestellt. Inwieweit sich das Geschwindigkeitsniveau auf verschiedenen Grazer Strassen veraendert hat, wird ebenso beschrieben wie die Unfallentwicklung seit der Einfuehrung dieser Massnahme sowie die Einstellung der Grazer Bevoelkerung zum Modellversuch selbst. Bei den bisherigen Untersuchungen wurden aber wichtige Aspekte, die bei der Einstellung zur Geschwindigkeitsbeschraenkung von 30 km/h von wesentlicher Bedeutung sein koennten, nicht beruecksichtigt. Dazu gehoeren die nonverbale Intelligenz, die reaktive Belastbarkeit, das Wissen ueber das richtige Verhalten im Strassenverkehr, die verkehrsbezogene Persoenlichkeit, die Risikobereitschaft, das tatsaechliche Verhalten im Strassenverkehr sowie das Alkoholtrinkverhalten. Ziel dieser Arbeit war die Erhebung, wie verschiedene Persoenlichkeits- und Leistungsmerkmale maennlicher Pkw-Lenker, die sich wegen verkehrs- beziehungsweise alkoholauffaelligen Verhaltens einer verkehrspsychologischen Untersuchung am Kuratorium fuer Verkehrssicherheit unterziehen mussten, miteinander in Beziehung stehen und welchen Einfluss diese Persoenlichkeits- und Leistungsmerkmale auf die Akzeptanz von Tempo 30/50 haben. Die Stichprobe umfasste 180 Pkw-Lenker, die mit dem Grazer Tempo 30/50 Modell direkt konfrontiert sind, weil sie sich als Pkw-Lenker am Verkehrsgeschehen in der steirischen Landeshauptstadt beteiligen. Die Ergebnisse werden detailliert dargestellt. (KfV/H)

  • Corporate Authors:

    KARL-FRANZENS-UNIVERSITAET GRAZ, NATURWISSENSCHAFTLICHE FAKULTAET

    UNIVERSITAETSPLATZ 2
    GRAZ,   OESTERREICH  A-8010
  • Authors:
    • KRAINZ, D
  • Publication Date: 1998-1

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 243S

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203168
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:15PM