Leben gegen die Einbahn

"Einbahn" ist ein Klublokal der Fahrradboten Wiens. Die Jahresleistung eines Fahrradboten liegt bei etwa 20.000 Kilometern. Der Fahrradbote ist eigentlich ein Spitzensportler, allerdings einer ohne klugen Trainingsaufbau. Seine Arbeit ist extrem gesundheitsgefaehrdend. Er faehrt in der Regel ein Mountain-Bike. Zunaechst war es fuer viele ein idealer Ferienjob. Dann blieben sie dabei und warten nun auf einen anstaendigen Job. Fahrradbote zu sein bedeutet, auf Werkvertrag oder als selbstaendiger Unternehmer unterwegs zu sein und wenig zu verdienen. Es geht nicht um den umweltfreundlichsten Transport, von dem die Botenfirmen reden, sondern darum, dass die Boten schneller und billiger sind als alle anderen. Um ihre Leistung zu erbringen, quetschen sich die Boten durch die Kolonnen, fahren gegen die Einbahn, bei Rot ueber die Kreuzung und im Windschatten eines Lkw-Zugs, um eine Dauergeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern zu halten. Im Sommer ist es ihnen meist zu heiss fuer den Helm. Die Strafen haben sie selbst zu bezahlen. Nicht selten verletzen sie sich bei ihrer Arbeit. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 34-5
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 12
    • Issue Number: 4/5
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203131
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:14PM