Der sanfte Lungauer Taelerbus

Der Lungauer Taelerbus ist ein Verkehrsverbund aus Oesterreichischer Bundesbahn, Post, privaten Taxiunternehmern und Steiermaerkischer Landesbahn. Initiator und Organisator ist der pensionierte Lehrer Emil Hocevar, ein Einzelkaempfer fuer umweltschonende und beispielhafte Urlaubs-Fortbewegung im Salzburger Bezirk Lungau. Der Verkehrsverbund greift auf die angrenzenden Bundeslaender Steiermark und Kaernten ueber. Hocevar erstellt Fahrplaene und arbeitete fuer 30 verschiedene Orte Taelerbusfuehrer mit Wandervorschlaegen und Routenbeschreibungen aus. Der Lungauer Taelerbus erhielt bereits neun Umweltpreise. Der Erfolg haengt jedoch stark von begleitenden Massnahmen ab. Seit zum Beispiel das Riedingtal fuer den Autoverkehr gesperrt ist, fahren dort pro Jahr 13.000 Fahrgaeste im Taelerbus. Zu einem Fahrverbot fuer den Individualverkehr auf den Privatwegen in allen Seitentaelern koennen sich jedoch die Gemeinden, Bundesforste, Jaeger und baeuerlichen Weggenossenschaften nicht durchringen. So bleibt die Zahl der Fahrgaeste des Lungauer Taelerbusses bescheiden, pro Sommersaison sind es im Murtal 1.500, im Lantschfeld etwas ueber 500, im Lesachtal nur 130, da dort die Pkw noch ueber Almboeden bis zum Talschluss fahren duerfen. Die Post ist nicht bereit, das Taelerbuszeichen hinter die Windschutzscheibe der Busse zu stecken und sie gibt keine Tageskarten mehr aus. Das Land Kaernten ist wieder ausgestiegen, Salzburg und Steiermark zahlen pro Saison 80.000 bis 90.000 Schilling. Eine Wochennetzkarte kostet 590 Schilling. Die an ihr angebrachten Abrisse dienen den 20 beteiligten Verkehrsunternehmen als Verrechnungsmoeglichkeit mit Hocevar, der bei ihnen als Privatperson Leistungen bestellt. Der Artikel schildert die persoenlichen Erfahrungen des Autors waehrend einer Wanderwoche mit dem Lungauer Taelerbus. Dabei gab es verschiedene Koordinationsprobleme, vor allem aber zeigte sich, dass ausserhalb des Lungaus, speziell auf den Bahnstrecken, der Verkehrsverbund unbekannt ist. Hocevar beantragte bei der EU eine Foerderung fuer den Ankauf von fuenf Elektrowagen fuer die oertlichen Verkehrsvereine. Eine einzige Gemeinde hat bisher einen solchen "Sonnybus". (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 53-4
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 11
    • Issue Number: 3/4
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203122
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:14PM