13 Millionen je Todesfall

Auf Einladung der Gesellschaft fuer Verkehrspolitik fand in Wien ein Symposion zur Verkehrssicherheit statt. Fachleute aus der EU und aus Oesterreich diskutierten Massnahmen zur Senkung der Verkehrsunfaelle. Guenther Hanreich, Direktor fuer den Landverkehr der EU, wies darauf hin, dass trotz der Tatsache, dass ein Todesfall im Verkehr Kosten von 13 Millionen Schilling verursacht, oft aus rein wirtschaftlichen Erwaegungen Massnahmen zur Erhoehung der Verkehrssicherheit unterbleiben. 45.000 Tote und 1,5 Millionen Verletzte gibt es jaehrlich in der EU. Schon das grosse Gefaelle innerhalb der EU zeigt, wieviel Potential vorhanden ist. Wuerden alle Laender auf das Niveau von Grossbritannien gebracht, gaebe es jaehrlich 23.000 Tote weniger. Auf EU-Ebene gibt es zahlreiche Vorschlaege, unter anderem die Einfuehrung der Alkohol-Hoechstgrenze von 0,5 Promille oder die verbindliche Einfuehrung eines elektronischen Tachographen, der die Daten zu den Lenk- und Ruhezeiten von Berufskraftfahrern misst. Franz M. Bogner vom Kuratorium fuer Verkehrssicherheit geht auf die oesterreichische Situation ein. Erfolge gab es dank der Einfuehrung des Probefuehrerscheins, der mit einer Blutalkohol-Hoechstgrenze von 0,1 Promille verbunden ist. Dennoch gibt es noch sehr viel zu tun. Bogner verlangte daher fuer Oesterreich ein akkordiertes Verkehrssicherheits-Programm wie in Grossbritannien oder Daenemark. Europaweit stehen die 18- bis 30jaehrigen im Brennpunkt von Verkehrssicherheits-Massnahmen. So ist in Deutschland unter anderem geplant, den Probefuehrerschein auf vier Jahre zu verlaengern. Die Gruppe der 18- bis 24jaehrigen Fahrer ist nach wie vor jene mit dem hoechsten Unfallrisiko. Auch bei Verkehrsverstoessen liegen junge Fahrer an der Spitze. Zwischen Oesterreich und Deutschland gibt es Gemeinsamkeiten. Beispielsweise sind es innerhalb der EU die einzigen Laender, in denen es auf Freilandstrassen noch kein Tempolimit unter 100 Stundenkilometer gibt. Der Verkehrsklub VCOE und das Kuratorium fuer Verkehrssicherheit treten daher fuer eine Verringerung von 100 auf 80 Stundenkilometer in Oesterreich ein. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 34-5
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 11
    • Issue Number: 3/4
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

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Filing Info

  • Accession Number: 01203121
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:14PM