Rote Karte fuer alle Oberoesterreicher. Oberoesterreichischer Verkehrsverbund

Mit 1. Oktober 1996 wurde nach einer fuenfjaehrigen Vorbereitungsphase der Vollbetrieb des Oberoesterreichischen Verkehrsverbundes OOEVV aufgenommen. Das urspruenglich erarbeitete Modell wurde von einzelnen Verkehrsunternehmen nicht akzeptiert, ein Zonenmodell nach dem Vorbild deutscher Verbuende wurde gefordert. Der Start musste mehrmals verschoben werden. Die Koordinationserfordernisse zwischen den Gebietskoerperschaften und den 50 Verkehrsunternehmen waren unterschaetzt worden. Probleme gab es auch mit den Lieferfirmen des neuen Magnetkarten-Abfertigungssystems. Der OOEVV basiert auf einem Tarifzonenmodell. Fuer die Tarifierung ist die Anzahl der durchfahrenen Zonen ausschlaggebend. Es gibt Einzelfahrscheine sowie diverse Zeitfahrscheine, die Haustarife der Verkehrsunternehmen gelten uneingeschraenkt weiter. Fuer die Kernzonen in Linz, Wels und Steyr gibt es gesonderte Regelungen. Zu Preissenkungen fuehrt der Verbund vor allem im Zeitkartenbereich der Regionalbusse, teilweise liegen die Tarife jedoch ueber den Haustarifen. Eine Besonderheit des OOEVV ist die Einbeziehung von Gelegenheitsverkehren, die als Werksverkehr in Form privater Fahrgemeinschaften eine lange Tradition in Oberoesterreich haben. Dadurch konnte das Angebot fuer die Fahrgaeste schlagartig bedeutend erhoeht werden. An den Landesgrenzen zu Salzburg und Niederoesterreich wurden Ueberlappungen mit den dort bestehenden Verkehrsverbuenden eingerichtet. Bund und Land Oberoesterreich uebernehmen laut Grund- und Finanzierungsvertrag die Durchtarifierungsverluste, die Abtarifierungsverluste und die Abgaenge aufgrund der Zonenregelung im Rahmen einer Alteinnahmegarantie. Zwischen Gebietskoerperschaften und Verkehrsunternehmen gibt es einen Leistungsvertrag. Nach derzeitigen Kalkulationen liegt der Zuschussbedarf bei rund 240 Millionen Schilling jaehrlich, ein Drittel zahlt der Bund, Land und Gemeinden uebernehmen zwei Drittel. Das Aufteilungsmodell fuer die Gemeindeleistungen sorgte fuer intensive Diskussionen. Nur jene Gemeinden muessen sich beteiligen, in denen ein Mindestangebot an oeffentlichen Verkehrsmitteln besteht. Die Aufteilung ist in einem Landesgesetz normiert, wurde jedoch von einzelnen Gemeinden beeinsprucht. Die Einfuehrung des OOEVV wurde durch eine grosse Werbekampagne begleitet. Der OOEVV ist im wesentlichen ein Tarifverbund. Weitere Verbesserungen wie Systemvereinheitlichung auch im Fahrplan, an den Umsteigemoeglichkeiten und im Informationswesen muessen erst realisiert werden. Der Verkehrsverbund ist in der derzeitigen Form auch nicht in der Lage, die Probleme des oeffentlichen Verkehrs zu loesen. Trotz Verbund gibt es auf einzelnen Strecken immer weniger Fahrgaeste, was zur Einstellung von einzelnen Kursen beziehungsweise Linien fuehrt. Um Mindestangebote im oeffentlichen Verkehr in allen Landesteilen sicherzustellen, sind erst die administrativen, organisatorischen und finanziellen Voraussetzungen zu schaffen. (KfV/A)

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 22-4
  • Serial:
    • VERKEHR & UMWELT
    • Volume: 11
    • Issue Number: 1
    • Publisher: N. J. SCHMID VERLAG GES.M.B.H.
    • ISSN: 1019-7346

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01203116
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:14PM