Vergleichsberechnungen von Verbundbruecken nach EC-4-2. Vergleichsberechnung der Amperbruecke nach den europaeischen Normen

Fuer die Einfuehrung des Eurocode (EC) 4-2 werden fuer bestehende Bruecken Vergleichsberechnungen durchgefuehrt. Im Rahmen der vorliegenden Arbeit wurde der EC 4-2 auf die Amperbruecke, eine Stabbogenbruecke mit Laengstraegern als Verbundzugglieder, angewandt und die Ergebnisse mit denen der Ausfuehrungsstatik verglichen. Die anzusetzenden Verkehrslasten wurden dabei EC 1-3 entnommen. Im Vergleich mit den seither in Deutschland gueltigen Bemessungsvorschriften stellt man fest, dass nach Eurocode im allgemeinen groessere Lasten anzusetzen sind. Bei den Verkehrslasten geht der EC 1-3 von einer Zunahme des Strassenverkehrs in den kommenden Jahren aus. Auch die Temperaturlast ist hoeher anzusetzen als frueher. Bei den Windlasten ist in erster Linie auffaellig, dass ihre Ermittlung sehr genau und daher auch sehr umfangreich und aufwendig ist, eine Vereinfachung ist wuenschenswert. Die Ausnutzungsgrade der Bemessung nach EC sind bei manchen Nachweisen geringer, bei anderen hingegen groesser als bei der Bemessung nach DIN. Der Gebrauchstauglichkeitsnachweis stellt nach der Verbundtraegerrichtlinie hoehere Anforderungen an die Laengstraeger, im Grenzzustand der Tragfaehigkeit ist jedoch EC 4-2 schaerfer. Ausserdem verlangt die Verbundtraegerrichtlinie eine Anordnung einer groesseren Anzahl von Duebeln als der Eurocode. Bei der Bemessung des Bogens nach EC 3-2 faellt auf, dass die Ausnutzungsgrade nach EC in den Querschnitten groesser sind, bei der Bemessung der Verbundmittel (Schweissnaehte und Laschen) allerdings sind die Nachweise nach DIN 18 800 (03.81) kritischer. Bei der Verwendung der neuen Normen treten Unklarheiten auf, zum Beispiel die Frage, ob die Beruecksichtigung der Mitwirkung des Betons zwischen den Rissen bei gezogenen Verbundtraegern erlaubt ist, und wie die Rissbildung bei gleichzeitiger Normalkraft- und Momentenbeanspruchung von Verbundtraegern zu behandeln sei und wie diese Verbundquerschnitte klassifiziert werden sollen. Insgesamt gesehen ist die Bemessung nach EC aufwendiger als nach DIN. Neu im EC sind zum Beispiel die Ermuedungsnachweise und die Untersuchung des Stegatmens. Die Bestimmung der Windlast ist aufwendiger; ebenfalls arbeitsintensiv ist die Ermittlung der massgebenden Anordnung der Fahrstreifen und der Stellung der Schwerlastwagen. Die Vielzahl der Querverweise zwischen den verschiedenen zu verwendenden Eurocodes macht es schwer, den Ueberblick zu behalten. Trotzdem ueberwiegt der Vorteil, dass bald ein einheitliches Regelwerk in ganz Europa zur Verfuegung stehen wird, das fuer viele Probleme Loesungen bereit haelt. (A)