Telematik-Systeme und Verkehrssicherheit

Die Analyse von Kommunikations- und Informationssystemen, die sich im Stadium der Entwicklung, Erprobung oder Implementierung in Fahrzeuge befinden, konnte insgesamt 20 Gruppen von Systemen identifizieren. Die Systeme reichen vom "Verkehrsmanagement" und "Autonomen Fahrzeugen" ueber "Navigationssysteme" und "Fernsehen" bis zur Anbindung an den oeffentlichen Verkehr. Die Systeme wurden einer Expertenbewertung unterzogen hinsichtlich der Kriterien: - Sicherheit fuer das einzelne Fahrzeug und die gesamte Verkehrssituation, - Funktionalitaet fuer das Fahren an sich und fuer verschiedene Nutzergruppen (Viel- versus Gelegenheitsfahrer, Fahranfaenger, aeltere Fahrer). Als besonders positiv bezueglich geringer Ablenkung und hoher Funktionalitaet fuer das Fahren werden eingeschaetzt: - Navigationssysteme mit Abbiegehinweisen (nicht mit Kartendarstellung!), Sprachausgabe und Zieleingabe im Stand; - Automatische Distanzregelung zum vorausfahrenden Fahrzeug; - Verbesserung der Aussensicht durch automatische Leuchtweitenregelung in Abhaengigkeit von der Strassengeometrie, sowie automatisches Abblenden. Ebenfalls noch positiv bewertet, jedoch mit groesseren Unterschieden in der Einschaetzung, werden Notrufsysteme, Einparkhilfen und Flottenmanagementsysteme, deren Aktivierung vom Fahrer gesteuert wird. Unguenstig eingestuft werden die Verbesserung der Aussensicht per Head-up Display, einfache Navigationssysteme sowie Muedigkeitswarn-Systeme. Extrem negativ werden das mobile Buero, das Telefon ohne Freisprecheinrichtung und das Fernsehen bewertet. Die Einschaetzung bezieht sich auf die Verwendung dieser Systeme waehrend der Fahrt. Auf der Grundlage der Expertenbewertung wurde ein Analysebogen fuer Telematik-Systeme entwickelt, der Aspekte wie Art und Umfang der Interaktion, Nuetzlichkeit fuer verschiedene Nutzergruppen, Aufforderungscharakter, Informationsgehalt, sensorische und mentale Beanspruchung beruecksichtigt. In einer Uebersicht sind die detaillierten Bewertungen der einzelnen Systeme dargestellt. Ein weiterer Untersuchungsschritt beschaeftigt sich mit der Wahrscheinlichkeit der Aktivierung der Systeme in verschiedenen Verkehrsumwelten. Da theoretisch eine Vielzahl von Fahrerinformations- und -unterstuetzungssystemen gleichzeitig aktiv sein kann, ist ein Informationsmanager zur Steuerung der Ausgabe unerlaesslich. Das im Rahmen der Untersuchung entwickelte Entscheidungsdiagramm zeigt, dass es moeglich ist, mit geringem technischen Aufwand eine Ausgabelogik fuer Informations- und Unterstuetzungssysteme zu realisieren, die dem Einsatz neuer Technologien und der Verkehrssicherheit gleichermassen gerecht wird. Bericht zum Forschungsprojekt 82.031/1993 (IDS-Nummer D706766) der Bundesanstalt fuer Strassenwesen. Titel in Englisch: Telematics systems and traffic safety.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01202948
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:10PM