Dimensionierung von Schlitz-/Hohlbordrinnen in Strassentunneln

Die RABT 1994 fordert, dass Strassentunnel mit einer Schlitzrinne ausgestattet werden muessen, die fuer eine Abflussmenge von 200 l/s zu bemessen ist. Auf der Basis von Erfahrungen und Ueberlegungen im Ausland war zu untersuchen, ob diese Forderung berechtigt ist, beziehungsweise ob sie abgeschwaecht oder modifiziert werden kann. Massgeblich fuer die Ausstattung der Tunnel sind die Zulassung der Durchfahrt von Gefahrguttransporten, das Unfallrisiko sowie die moeglichen Unfallfolgen - insbesondere Leckgroessen an einem Tankfahrzeug. Der Transport gefaehrlicher Gueter ist international sehr uneinheitlich geregelt. Wenn er zugelassen wird (in der Regel jeweils fuer einzelne Tunnel oder Gruppen von Tunneln gleichartiger Kategorie), werden haeufig zeitliche/mengenmaessige Beschraenkungen vorgenommen. Eine Eskortierung ist nicht selten. An die Ausfuehrung und Bemessung von Entwaesserungsanlagen werden selten konkrete Anforderungen gestellt (Ausnahme Schweiz). Frankreich wird demnaechst sehr detaillierte Vorschriften erlassen. Soweit Unfallstatistiken und -beschreibungen vorliegen, ist das Risiko von Tankfahrzeugunfaellen mit so grossflaechigen Lecks, dass schwallartig erhebliche Fluessigkeitsmengen austreten, als gering einzuschaetzen. Weitere Analysen und Risikobetrachtungen erscheinen notwendig. In Frankreich wurden umfangreiche Versuche zur Ausbreitung von Fluessigkeiten auf Fahrbahnflaechen und zum Schluckvermoegen von Entwaesserungssystemen durchgefuehrt. Ergaenzende Versuche mit systematischer Variation verschiedener Parameter werden empfohlen. Aufgrund der Ueberlegungen zu Leckraten bei Beschaedigungen von Tankfahrzeugen sowie der Ergebnisse der Versuche in Frankreich erscheint es hinreichend, das Entwaesserungssystem (Schlitzrinne, Siphons, Hauptentwaesserung) auf eine Abflussmenge von 100 l/s auszulegen. Es sollten weitere systematische Versuche ueber das Schluckvermoegen durchgefuehrt werden, um die Schlitzgeometrie (Anordnung des Schlitzes, Schlitzweite) zu optimieren sowie die Berechnungsansaetze fuer die Bemessung von Schlitzrinnen zu ueberpruefen. Die Anwendung von Schlitzrinnen sollte generell gefordert werden. (A) Schlussbericht zum Forschungsauftrag 15.280/1997/ERB (IDS-Nummer D706800) des Bundesministeriums fuer Verkehr, Bonn.

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    MATHIAS-BRUEGGEN-STR. 41
    KOELN,   DEUTSCHLAND BR  D-50827
  • Authors:
    • BLENNEMANN, F
  • Publication Date: 1998-10

Language

  • German

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  • Pagination: 53S+Anh.

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Filing Info

  • Accession Number: 01202922
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:10PM