PRAEVALENZ VON DROGEN UND MEDIKAMENTEN BEI VERKEHRSAUFFAELLIGEN KRAFTFAHRERN

Im Rahmen dieser epidemiologischen Studie wurde aus dem Gesamtprobengut des Instituts fuer Rechtsmedizin in Homburg/Saar aus dem Jahre 1995 eine Gesamtstichprobe von 632 Blutproben verkehrsauffaelliger Kraftfahrer untersucht. Die Probenauswahl erfolgte in drei verschiedenen Untersuchungsgruppen: Die Polizeiverdachtsstichprobe (103 Blutproben), wenn bereits die Polizei den Verdacht auf Drogen- und/oder Medikamentenkonsum geaeussert hatte. Die Laborverdachtsstichproben (243 Blutproben), wenn erst die Ergebnisse der aerztlichen Untersuchung im Zusammenhang mit der Blutalkoholkonzentration (BAK) den Verdacht aufkommen liessen. Die Zufallsstichprobe, bestehend aus 286 zufaellig ausgewaehlten Blutproben. Alle Serumproben wurden immunologisch auf die gaengigen Drogen und zentralwirksamen Medikamente voruntersucht. Die positiven Proben wurden hinsichtlich der gefundenen Drogen/Medikamente aufgearbeitet und mittels GC oder GC/MS (Gaschromatographie-Massenspektrometrie) bestaetigt. Die Ergebnisse zeigen, dass zwar nach wie vor der Alkoholkonsum bei verkehrsauffaelligen Kraftfahrern im Vordergrund steht, aber daneben eine hohe Praevalenz eines Drogen- und Medikamentenkonsums bei Verkehrsteilnehmern vorliegt. Insgesamt konnte bei 192 Probanden 316 mal ein verkehrsrelevanter Substanznachweis gefuehrt werden, wobei Cannabis (n = 144) bei den Drogen und Benzodiazepine (n = 78) bei den Medikamenten im Vordergrund standen. Besonders auffallend war der steigende Anteil an Stimulantien im Gegensatz zu einer frueheren Studie. Die Verteilung der einzelnen Substanzen auf die drei Stichproben belegt die Erhoehung der Entdeckungswahrscheinlichkeit in Abhaengigkeit vom Grad der einfach erkennbaren Ausfallerscheinungen. Eine Hochrechnung zeigt, dass etwa 16 Prozent aller verkehrsauffaelligen Fahrer Drogen- und/oder Medikamentenkonsum unterstellt werden kann. Von allen Drogen-/Medikamentenkonsumenten wurden nur 12 Prozent von der Polizei entdeckt. Ein Vergleich der Unfallquoten zeigt ein wesentlich hoeheres Risiko fuer die Drogen-/Medikamentenkonsumenten im Vergleich zu den "nur alkoholisierten" Probanden. (A) Titel in Englisch: The prevalence of drugs and pharmaceuticals in conspicuous drivers.

  • Availability:
  • Authors:
    • MOELLER, M R
    • HARTUNG, M
    • WILDSKE, J
  • Publication Date: 1999

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 25-38
  • Serial:
    • Blutalkohol
    • Volume: 36
    • Issue Number: 1
    • Publisher: Bund gegen Alkohol im Strassenverkehr eV
    • ISSN: 0006-5250

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01202843
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:08PM