Bau eines Tunnels im Einschwimm- und Absenkverfahren unter dem Flughafen Schiphol

An immersed tunnel under Schiphol airport

Seit den 70er Jahren fuehrt ein zweispuriger Eisenbahntunnel unter dem Flughafen Schiphol hindurch. Da der Flughafen seine Kapazitaeten verdoppeln und die Niederlaendische Eisenbahngesellschaft das Eisenbahnnetz vierspurig auszubauen wuenschte, arbeitete man seit 1989 intensiv an der Verbreiterung des Bahntunnels unter Schiphol. Zu den Rahmenbedingungen gehoerte, dass alle Flughafen- und Eisenbahntaetigkeiten unbehindert weitergehen konnten, und dass die Reisenden moeglichst wenig Beeintraechtigungen spueren sollten. In Anbetracht der geforderten kurzen Bauzeit von sechs Monaten fuer die Realisierung des Bahntunnels von 500 m Laenge entschieden sich Auftraggeber und Bauausfuehrende fuer die Anwendung des Einschwimm- und Absenkverfahrens. In einem Baudock wurden in 1992 die vier Tunnelelemente von je 125 Metern gebaut und gleichzeitig mit der Erstellung des Baudocks an der Stelle der Startbahn die Transport- und Absenkvorrichtungen an den Tunnelelementen angebracht. Jedes Element von 125 m x 8,04 m x 11,60 m besteht aus sechs gestreckten Teilstuecken von je ca. 20,80 m. Die sechs Teilstuecke wurden anhand von insgesamt acht nachspannbaren Kabeln zu einem Element von 125 m verbunden, um einen Transport zu ermoeglichen. Die Elemente wurden an den Enden mit einer staehlernen Kopftrennwand und einer Stahlumrandung mit eingeschweisster Platte versehen; hieran wurde auf einer Seite des Elementes das sogenannte "Gina"-Gummiprofil befestigt. Im Element wurden sechs Ballasttanks verteilt, in denen Wasser gespeichert werden kann. Mit diesen Tanks lassen sich die Elemente anheben, ausrichten und absenken. Im Tunnelboden wurden auch Abflussoeffnungen vorgesehen, damit die Elemente nach dem Absenken mit Sand untergossen werden konnten. Auf dem Dach gibt es weitere Vorrichtungen fuer den Transport, das Absenken und das Untergiessen. Beim Absenkvorgang sind mehrere Phasen zu unterscheiden, naemlich das Anheben, der Transport, das Absenken, das Untergiessen und die Verfuellung. Sobald alle vier Elemente verlegt sind, werden alle Ballasttanks und das Baudock mit Wasser gefuellt. Nach dem Anheben, wobei die Elemente einen freien Rand von 10 cm aufweisen, wird das Wasser in der Bauwanne auf Transportniveau gebracht. Anschliessend werden sie eines nach dem anderen mit Hilfe von Winden an ihren Platz geschleppt und abgesenkt. Nun folgt das Untergiessen. Nach dem Anfuellen der Elemente bis auf 1 m ueber dem Tunneldach werden die Ballasttanks entleert und entfernt, und die voruebergehende Vorspannung wird durchgesaegt. (A) Titel in Franzoesisch: Un tunnel immerge sous l'aeroport de Schiphol. Beitrag zum World Tunnel Congress/STUVA-Tagung 1995 "Weltneuheiten im Tunnelbau" in Stuttgart.

Language

  • English

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Filing Info

  • Accession Number: 01202812
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-87094-635-0
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 7:07PM