Konstruktive und wirtschaftliche Loesungen fuer den einschaligen Tunnelbau

Einschalige Tunnel aus Ortbeton koennen in unterschiedlichen Ausfuehrungsvarianten hergestellt werden. Einschalige Ausfuehrungen in der Kombination Spritzbeton mit Ruettelbeton (Verbundbauweise) sind fachgerecht und in ausreichender Qualitaet herstellbar. Ferner liegen seit etwa 10 Jahren Erfahrungen zum Beispiel fuer die Instandhaltung in Bochum vor. Darueber hinaus sind auch erfolgreich Stahlfaserbetonausfuehrungen zum Beispiel in Dortmund und Bielefeld realisiert worden. Vorteilhaft sind hier in jedem Fall Ausfuehrungen, bei denen Stahlfaserpumpbeton als Innenlage verwendet wird. Diese Beispiele zeigen deutlich, dass einschalige Ortbetontunnel bereits Stand der Technik sind. Es gilt nun, dort, wo diese Ausfuehrungen eingesetzt werden koennen, die jeweiligen Bauherren fuer die einschalige Bauweise zu gewinnen. Anders hingegen liegen die Verhaeltnisse bei Ausfuehrungsvarianten, die ausschliesslich in Spritzbeton ausgefuehrt werden. In diesem Bereich wurden bisher nur Tunnelabschnitte, zum Beispiel in Gelsenkirchen, Bochum, Bielefeld und Muenchen ausgefuehrt. Diese Beispiele haben zu teilweise sehr unterschiedlichen Ergebnissen gefuehrt. Aeusserst schwierig erscheint es, einschalige Spritzbeton-Tunnel dauerhaft abzudichten. Erste Ansaetze zu einer Umsetzung in die Praxis wurden gemacht. Vorteilhaft kann diese Ausfuehrungsvariante insbesondere bei kurzen Tunnellaengen (zum Beispiel Querschlaege, Treppenaufgaenge) oder bei Tunnelabschnitten mit sich veraenderndem Tunnelquerschnitt eingesetzt werden, da in diesen Faellen die aufwendige Handschalung entfaellt. Auch in einigen Bereichen, in denen eine besonders stark dimensionierte gebirgsseitige Spritzbeton-Sicherung erforderlich ist, sollte ueberlegt werden, ob eine einschalige Tunnelauskleidung vorteilhaft ist. Dies gilt zum Beispiel fuer Spritzbetonauskleidungen in Druckluftvortrieben, die nach dem Absenken der Druckluft nicht mehr vom Luftdruck gestuetzt werden und deshalb dann nicht nur den gesamten Erddruck, sondern auch noch den Wasserdruck aufnehmen muessen. Zusammenfassend kann daher festgestellt werden, dass einschalige Tunnelbauwerke, die ausschliesslich mit Spritzbeton hergestellt werden, zur Zeit noch nicht Stand der Technik sind. Weitere Erprobungen, insbesondere unter Verwendung von Stahlfaserbeton, sind erforderlich, um Tunnel zukuenftig ohne nennenswerte Qualitaetseinbussen wirtschaftlicher (zum Beispiel mit Spritzrobotern) bauen zu koennen. (A)

  • Authors:
    • SCHREYER, J
  • Publication Date: 1996

Language

  • German

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  • Accession Number: 01202281
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:56PM