Lebensstil, Freizeitstil und Verkehrsverhalten 18- bis 34jaehriger Verkehrsteilnehmer

Das der vorliegenden Arbeit zugrunde liegende Forschungskonzept soll klaeren, inwieweit sich Lebens- und Freizeitstile auch aktuell als Praediktoren des Verkehrsverhaltens junger Erwachsener eignen. Die Ausweitung der Befragtengruppe auf die 25- bis 34jaehrigen erfolgte mit dem Ziel der Klaerung zweier bislang offener Fragen: - Hat sich die bislang fuer die 18- bis 24jaehrigen festgestellte ueberhoehte Gefahrenexposition aufgrund der stetig gestiegenen zeitlichen Ausdehnung des Jugendalters und der Zunahme hedonistischer Freizeitorientierungen zwischenzeitlich auch auf Teile der nachfolgenden Altersgruppe der 25- bis 34jaehrigen ausgedehnt? - Besteht Bedarf an spezifischen Massnahmen zur Reduktion des Unfallrisikos 25- bis 34jaehriger? Zur Klaerung der prognostischen Relevanz des lebens- und freizeitstilanalytischen Vorgehens innerhalb der Unfall- und Sicherheitsforschung wurde darueber hinaus ein laengsschnittlicher Vergleich von Lebens- und Freizeitstilen im Zeitverlauf durchgefuehrt. Die fuer die Altersgruppen 18- bis 24jaehrige und 25- bis 34jaehrige getrennt durchgefuehrten Lebensstilanalysen fuehrten jeweils zu fuenf Lebens- und Freizeitstilgruppen. Vergleicht man dieses Ergebnis mit dem der Analyse des Jahres 1989, so ist inzwischen offensichtlich eine Homogenisierung der Stile eingetreten. Drei der 1989 ermittelten sieben Lebens- und Freizeitstilgruppen 18- bis 24jaehriger haben sich zwischenzeitlich aufgeloest ("Fan-Typ", "Kontra-Typ", "Sportlicher Typ") beziehungsweise wurden in andere Stilgruppen ueberfuehrt ("Kicksuchender Typ"). Wie die Ergebnisse der frueheren lebensstilanalytischen Studien der Bundesanstalt fuer Strassenwesen weisen auch die Ergebnisse der vorliegenden Studie fuer beide Altersgruppen eindeutige Zusammenhaenge zwischen Lebensstil, Freizeitstil und ausnahmslos alle verkehrsbezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen bis hin zur Unfallverwicklung nach. Gemessen an verkehrssicherheitsabtraeglichen Einstellungen und Verhaltensweisen erweisen sich heute 37,5 Prozent der 18- bis 24jaehrigen und 30,5 Prozent der 25- bis 34jaehrigen als ein besonderes Risikokollektiv. Bei beiden Altersgruppen sind das die Stilvarianten "Action-Typ" und "Kicksuchender Typ", deren Verkehrsverhalten durch ein ganzes Buendel negativer verkehrsbezogener Einstellungen und Verhaltensweisen gekennzeichnet ist. Insgesamt legen die Ergebnisse der Lebens- und Freizeitstilanalysen 25- bis 34jaehriger nahe, dass die besonders gefaehrdete Teilgruppe dieses Alterssegments die gleichen Risikodeterminanten aufweist wie die juengeren High-Risk-Fahrer, so dass, mit Ausnahme einer Einbeziehung 25- bis 34jaehriger in die Zielgruppe der jungen Fahrer, kein Bedarf an speziellen Verkehrssicherheitsmassnahmen fuer diese Altersgruppe erkennbar wird. Die festgestellte hohe zeitliche Stabilitaet von Lebens- und Freizeitstilen sowie die ebenfalls hohe zeitliche Stabilitaet der mit diesen Stilen verbundenen verkehrsbezogenen Einstellungen und Verhaltensweisen verweisen dagegen auf die Notwendigkeit moeglichst fruehzeitiger Verhaltenskorrekturen. Im Hinblick auf den gestiegenen Anteil risikodisponierter junger Frauen erscheint es sinnvoll, junge Fahrerinnen staerker als bisher in den Mittelpunkt von Massnahmen zur Erhoehung der Verkehrssicherheit junger Leute zu stellen. (A) Bericht zum Forschungsprojekt 96433 der Bundesanstalt fuer Strassenwesen. Titel in Englisch: Life-style, leisure patterns and traffic behaviour of 18-34-year-old road users.

Language

  • German

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Filing Info

  • Accession Number: 01202166
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:54PM