UNFALLFLUCHT

Seit 1985 bewegt sich der Anteil der Verurteilungen wegen Unfallflucht an den Gesamtverurteilungen wegen Straftaten im Strassenverkehr bei etwa 16 Prozent (= ca. 41.000 Verurteilungen). Die Untersuchung einer Stichprobe von 147 Personen zu Beginn einer Therapiemassnahme mit 166 Faellen von Unfallflucht zeigte unter anderem folgende Ergebnisse: Der typische Unfallfluechtige ist maennlich, maximal 35 Jahre alt, nicht verheiratet, hat einen Hauptschulabschluss und eine abgeschlossene Lehrausbildung, ist Arbeiter oder Angestellter und hat vor Fahrtantritt soviel Alkohol getrunken, dass er eine Blutalkoholkonzentration von 1,11 - 2,5 Promille erreicht. In 34 Prozent der Faelle spielte Alkohol jedoch keine Rolle. 44 Prozent der Unfallfluechtigen waren in der bisherigen Verkehrsvorgeschichte voellig unauffaellig. Bei den ausloesenden Motiven fuer eine Unfallflucht wurden sechs Gruppen gefunden: Angst (37 Prozent der Faelle), Alkohol (5 Prozent), Schuldfrage geklaert/aktive Reue (17 Prozent), nichts gemerkt/keine Erinnerung (15 Prozent), Fremdschaden interessiert mich nicht (22 Prozent) und Schock (4 Prozent). Die auf den Einzelfall abgestimmte Therapie der Betroffenen hat sich als wirksam erwiesen (kein Rueckfall in eine Unfallflucht innerhalb von drei Jahren nach Therapieende). Siehe auch Gesamtaufnahme des Jahrbuchs Verkehrsrecht 1999, IDS-Nummer D341438.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 379-87
  • Monograph Title: Jahrbuch Verkehrsrecht 1999. Haftungsrecht - Schadenregulierung - Verkehrspsychologie - Verkehrs-Verwaltungsrecht - Neues Fahrerlaubnisrecht
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201979
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-8041-2084-9
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:50PM