Segmentbalken mit Vorspannung ohne Verbund unter kombinierter Beanspruchung aus Torsion, Biegung und Querkraft

Die Segmentbauweise mit Vorspannung ohne Verbund wird zunehmend in anderen Laendern (zum Beispiel Frankreich, USA) im Brueckenbau angewandt. Sie besitzt unter anderem den Vorteil, dass der Brueckenueberbau unbeeintraechtigt von Witterungseinfluessen industriell hergestellt werden kann und der Korrosionsschutz der Spannbewehrung dauerhaft sichergestellt ist. Ausserdem besteht keine Gefahr des Versagens der Spannglieder durch dynamische Beanspruchung. Die Anwendung dieser Bauweise in Deutschland wird aufgrund fehlender Erfahrung in der Vorschrift fuer Segmentbauteile ausgeschlossen, da ungeloeste Probleme hinsichtlich der Trag- und Gebrauchsfaehigkeit vorausgesetzt werden. Zur Klaerung dieser Sachverhalte wurden deshalb Forschungsarbeiten durchgefuehrt. Hierzu wurden drei Segmentbalken mit Vorspannung ohne Verbund einer Lastkombination aus Biegung, Torsion und Querkraft unterworfen. Die Untersuchungen zeigen, dass sich bei Ueberschreitung der Biegezugfestigkeit die Fugen verhaeltnismaessig rasch oeffnen und in diesem Bereich die Torsions- und Querkraftaufnahme nur noch durch ueberdrueckte Querschnittsbereiche erfolgen kann. Die Versuchskoerper waren derart konzipiert, dass zwei beziehungsweise drei Brucharten mit verschiedenen Biegemomenten/Torsionsmomenten-Verhaeltnissen erzeugt werden konnten. Durch Anpassung der fuer die Traglastermittlung monolithischer Bauteile entwickelten Theorie der schiefen Bruchflaeche unter Zugrundelegung der bei den Versuchen beobachteten Bruchflaeche, kann man die Traglast von Segmentbalken mit Vorspannung ohne Verbund genuegend genau bestimmen. Diese Theorie zeigt auch Tragfaehigkeitseinbussen der verbundlos vorgespannten segmentaeren Balken gegenueber den monolithischen Balken auf. Diese Tragfaehigkeitsminderungen werden durch das Nichterreichen der Fliessgrenze der Spannstaehle sowie ein Aufklaffen des Fugenquerschnitts im Bruchzustand verursacht. Sie koennen durch eine Verstaerkung der Buegelbewehrung im Fugenbereich sowie durch Erhoehung des Vorspanngrades ausgeglichen werden. Zur Sicherstellung der Gebrauchsfaehigkeit sollten im Gebrauchslastbereich die Fugen genuegend hoch ueberdrueckt sein. (A) Titel in Englisch: Segmental girders prestressed with unbonded tendons under combined action of torsion, bending and shear; Titel in Franzoesisch: Poutres segmentaires a precontrainte sans adherence sous sollicitation combinee de torsion, de flexion et d'effort tranchant. Bericht zum Forschungprojekt V 310 (IDS-Nummer 704541) des Deutschen Ausschuss fuer Stahlbeton, Berlin.

Language

  • German

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Filing Info

  • Accession Number: 01201947
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-410-65672-3
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:49PM