Mobilitaets- und Sicherheitsaspekte der neuen europaeischen 125 ccm Leichtkraftradklasse

Die Befragungsstudie des Instituts fuer Zweiradsicherheit der Besitzer von 125 ccm-Zweiraedern (N=478) lieferte ergaenzend zu den positiven bundesweiten Statistiken ueber Leichtkraftraeder (Lkr) erstmals Hinweise zu den Nutzungsgewohnheiten der Lkr gerade durch die Hauptgruppe der ueber 35-jaehrigen (N=296), die diese Fahrzeuge mit dem Fuehrerschein der Klasse drei fahren duerfen, wenn er vor dem 1. April 1980 ausgestellt wurde. Massiven Bestandszuwaechsen stehen bestandsbezogen sinkende Verungluecktenzahlen gegenueber. Dies gilt in besonderem Masse fuer die Gruppe der ueber 35-jaehrigen Pkw-Fuehrerscheininhaber. Lkr werden offensichtlich als Zweck- und Freizeitgeraete intensiv gerade im innerstaedtischen Bereich genutzt, wo sie ihre Vorteile des geringen Platzbedarfes ausspielen koennen. Entgegen den Erwartungen verfuegen lediglich etwa 28 Prozent der vom Institut fuer Zweiradsicherheit (lfZ) befragten Personen ueber 35 Jahre nicht ueber eine entsprechende Vorbereitung beziehungsweise eigene Zweiraderfahrung, wenn sie auf das Lkr steigen. Dabei besitzen diese Probanden ausgepraegte Verkehrs- und Fahrerfahrung mit dem Pkw, was bestimmend fuer die positive Unfallentwicklung gerade der ueber 35-jaehrigen sein kann. Die Angaben zu der Unfallsitutation zeigen, dass die vom IfZ befragten ueber 35-jaehrigen haeufiger stuerzen als in einen Kollisionsunfall verwickelt werden. Aufgrund der relativ geringen Zahl der verunfallten Personen ist hier eine Interpretation schwierig, es koennte jedoch ein Zusammenhang zu der Tatsache bestehen, dass in der Gewoehnungsphase an das Fahrzeug einzelne Fehleinschaetzungen auftreten, die zu im Regelfall harmlosen Stuerzen beziehungsweise Alleinunfaellen fuehren koennen, was durch die Angaben zur Verletzungssituation bestaetigt wird. Bei den Unfallursachen dominiert bei den Lkr wie bei groesseren Motorraedern die Missachtung der Vorfahrt durch andere Verkehrsteilnehmer. Laut Angaben der Probanden ist der Pkw mit 76,5 Prozent, gefolgt von Lkw/Bus mit 11,8 Prozent haeufigster Kollisionsgegner. Diese Daten stimmen mit der offiziellen Unfallstatistik ueberein. Perspektivisch hat sich durch die vorliegende Studie gezeigt, dass die in verschiedenen europaeischen Staaten eingefuehrte Regelung zum Einschluss des Fuehrerscheins der Klasse drei zum Teil mit einer Altersbegrenzung (Frankreich) beziehungsweise einer zusaetzlichen Ausbildung (Oesterreich) durchaus auch eine Moeglichkeit darstellt, das Zweirad als Mobilitaetsalternative zu nutzen, ohne unberechenbare Risiken einzugehen. Die gegenwaertig praktizierte Einschlussregelung in Deutschland bestaetigt dies ebenfalls, so dass bei der Novellierung der europaeischen Fuehrerscheingesetzgebung im Jahr 2000 der Nutzung von 125er Leichtkraftraedern durch Pkw-Fuehrerscheinbesitzer nichts entgegensteht. (A) Titel in Englisch: Mobility and safety aspects of the new European 125 ccm light weight motorcycle class. Siehe auch Gesamtaufnahme der Tagung, IDS-Nummer D341351.

  • Availability:
  • Corporate Authors:

    Institut fuer Zweiradsicherheit, Essen (DEU)

    ,    
  • Authors:
    • BRENDICKE, R
    • FORKE, E
  • Publication Date: 1998

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 517-48
  • Monograph Title: Sicherheit Umwelt Zukunft II. Tagungsband der 2. internationalen Motorradkonferenz 1998
  • Serial:

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201907
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-923994-13-3
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:48PM