Der Fuehrerschein auf Probe in Oesterreich. 5 Jahre Nachschulung fuer Fahranfaenger

Am 1. 1. 1992 trat in Oesterreich der Fuehrerschein auf Probe in Kraft. Ziel dieser Massnahme ist es, die ueberproportional hohe Unfallbeteiligung von Fahranfaengern zu reduzieren. Begeht ein Fuehrerscheinneuling waehrend der zweijaehrigen Probezeit einen schweren Verstoss, hat die Behoerde unverzueglich eine Nachschulung anzuordnen. Die Probezeit verlaengert sich um ein weiteres Jahr. Wird die Anordnung nicht befolgt, kommt es zu einem dreimonatigen Fuehrerscheinentzug und zu einer neuerlichen Anordnung der Nachschulungsmassnahme. Bleibt ein Probefuehrerscheinbesitzer die ersten 2 Jahre unauffaellig, so erlischt die Probezeit automatisch. In der Probezeit gilt absolutes Alkoholverbot fuer Fahranfaenger, das heisst ab 0,1 Promille wird eine besondere Nachschulung angeordnet. Im Fall einer Alkoholisierung von mehr als 0,8 Promille kommt es zusaetzlich zu einem Fuehrerscheinentzug und einer Verkehrsverwaltungsstrafe. Grobe Verkehrsverstoesse, wie Geschwindigkeitsuebertretungen von mehr als 20 km/h im Ortsgebiet und mehr als 40 km/h auf Freilandstrassen, Fahrerflucht, Einbahnverletzungen, fahrlaessige Toetung oder Koerperverletzung oder aehnliches, fuehren ebenfalls zur Nachschulung. Am Kuratorium fuer Verkehrssicherheit wurden fuer alkoholauffaellige und allgemein auffaellige Fahranfaenger unterschiedliche Nachschulungsmodelle entwickelt. Ziel der Nachschulung ist es, bei den Kursteilnehmern eine risikobewusstere und ruecksichtsvollere Einstellung in ihrem Verhalten als Verkehrsteilnehmer zu bewirken. Das integrative Kursmodell, das nach einem Modulsystem zusammengestellt ist, erlaubt ein Eingehen auf konkrete Lernziele je nach individueller Fragestellung. Die Nachschulungskurse durch das Kuratorium fuer Verkehrssicherheit werden oesterreichweit nach einheitlichen Richtlinien durchgefuehrt. Aus Berichten der KursteilnehmerInnen ist zu schliessen, dass die Erfassungsquote von verkehrsauffaelligen Probefuehrerscheinbesitzern in Oesterreich bei lediglich 5 Prozent liegt. Dies geht daraus hervor, dass bereits frueher mehrfach begangene Nachschulungsdelikte nicht zu Nachschulungsanordnungen gefuehrt hatten. Die Kurse werden mittels einer umfangreichen Evaluation und Effizienzkontrolle, die sich bereits ueber mehr als 2 Jahre erstreckt, auf ihre Wirksamkeit untersucht. Erste Ergebnisse nach einer Unfallbilanz nach 5 Jahren Fuehrerschein auf Probe zeigen mit einer Unfallreduktion von 32,5 Prozent bei den Fuehrerscheinneulingen eine hohe generalpraeventive Wirksamkeit der Probefuehrerscheinregelung. Zur Gesamtaufnahme siehe IDS-Nummer D335463. (KfV/H

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201769
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • ISBN: 3-7070-0013-3
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:45PM