Verkehrssicherheit in Europa und Oesterreich

Aufgrund der hohen volkswirtschaftlichen Kosten, die durch Verkehrsunfaelle verursacht werden, sind Massnahmen zur Erhoehung der Verkehrssicherheit sowohl auf nationaler wie auf europaeischer Ebene Prioritaet einzuraeumen. Die Verbesserung der Verkehrssicherheit findet sich bereits im Aktionsprogramm 1972-1976 als wesentliches Ziel der EU-Verkehrspolitik. Umgesetzt wurden auf EU-Ebene bislang vor allem Massnahmen zur technischen Harmonisierung, insbesonders im Kfz-Bereich, waehrend Verkehrssicherheitsmassnahmen nach bisher staendiger Judikatur in den souveraenen Zustaendigkeitsbereich der Mitgliedsstaaten fielen. Mit Inkrafttreten des Vertrages von Maastricht (November 1993) hat die EU die ausdrueckliche Kompetenz fuer den Bereich Verkehrssicherheit erhalten. Verschiedene Initiativen der Europaeischen Kommission - wie etwa Richtlinienentwuerfe betreffend 0,5 Promille, Geschwindigkeitsbeschraenkungen und Bestrebungen zur Harmonisierung der Fahrverbote in Europa - deuten darauf hin, dass die neugewonnene Zustaendigkeit auch wahrgenommen wird. So wurde von der Europaeischen Kommission 1994 ein Entwurf fuer ein Aktionsprogramm zur Strassenverkehrssicherheit vorgelegt, dem ein umfassendes 5-Jahres-Verkehrssicherheitsprogramm fuer 1997 bis 2001 folgte. Zur Reduzierung der 45.000 Verkehrstoten pro Jahr in der EU auf 18.000 Verkehrstote schlaegt die Kommission folgende Massnahmen vor: 1. Informations- und bewusstseinsbildende Massnahmen (Schaffung eines EU-Informationssystems fuer Strassenverkehrssicherheit, CARE-Datenbank, Werbung, Fahrverhalten); 2. Unfallvermeidungsmassnahmen (Herabsetzung der Durchschnittsgeschwindigkeiten, Kampagnen gegen Alkohol, Drogen und Medikamente, Uebermuedung, Telematikanwendungen, Verkehrsmanagement); 3. Unfallminderungsmassnahmen (fussgaengerfreundliches Fahrzeugdesign, Crash-Programme, Erhoehung der Verwendungsquoten des Sicherheitsgurtes). In Oesterreich ist Verkehrssicherheit seit Ende der 80er Jahre ein zentrales Thema der Verkehrspolitik. Verkehrssicherheitspolitik setzt dabei auf den Ebenen Verkehrsplanung (Verkehrsvermeidung, Verkehrsverlagerung, Internalisierung externer Kosten und Beruecksichtigung von Verkehrssicherheitskriterien bei Infrastrukturmassnahmen), legistische Massnahmen zur Verkehrsregelung sowie Informationskampagnen zur Beeinflussung des Fahrverhaltens an. Zur Gesamtaufnahme siehe IDS-Nummer D335460. (KfV/H)

  • Authors:
    • POESEL, M -
  • Publication Date: 1997-10

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201755
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:45PM