Einfluss der Zusammensetzung und der Verdichtung von Walzbeton auf die Gebrauchseigenschaften - Teil 2

Die Gruenstandfestigkeit von Walzbeton ist Massstab fuer die Befahrbarkeit des frischen Betons und massgeblich fuer den Aufwand zur Herstellung der Kerben. Die Bestimmung der Gruenstandfestigkeit erfolgt mit Hilfe des CBR-Versuches. Eine weitere wichtige Gebrauchseigenschaft des Walzbetons ist die Frost-Tauwechsel-Bestaendigkeit. Es bietet sich das Pruefverfahren nach TGL 33 433, Blatt 06, Verfahren B an, bei dem 300 kurze Frost-Tau-Wechsel durchgefuehrt werden und die Probekoerper staendig 10 Millimeter tief in einem Wasserbad stehen. Im Rahmen der Forschungsarbeit wurden der Einfluss von Zuschlagstoffen, von verschiedenen Zementen und Zementgehalten, verschiedener Verdichtungsgrade, verschiedener Wassergehalte und verschiedener Flugaschen und von Basaltmehl untersucht. Die Ergebnisse der Untersuchungen lassen sich wie folgt zusammenfassen: Fuer Schottertragschichtgemische unter Betondeckschichten wird zur Gewaehrleistung einer ausreichenden Befahrbarkeitvergleichsweise ein CBR-Wert von mindestens 80 Prozent gefordert. Dieser Grenzwert wird von den meisten Walzbetongemischen auch schon bei einfacher Proctorverdichtung erreicht und zum Teil erheblich ueberschritten, so dass sie im frischen Zustand bedenkenlos befahren werden koennen. In der Regel ist die Gruenstandfestigkeit der Walzbetongemische mit einem Zementgehalt von 270 Kilogramm pro Kubikmeter hoeher als bei einem Zementgehalt von 180 Kilogramm pro Kubikmeter. Bei Verwendung von Hochofenzement und grobkoerniger Flugasche wurden die hoechsten und bei Verwendung von feinkoerniger Flugasche etwas geringere CBR-Werte ermittelt. Die extrem hohen CBR-Werte von mehr als 200 Prozent weisen darauf hin, dass sich bei derartigen Walzbetongemischen die Kerben nur sehr schwer durch Einruetteln herstellen lassen. Unter Verwendung von Rheinkiessand hergestellter Walzbeton reagiert im Vergleich zu Splittbeton infolge Abloesen des Zementleims von der Oberflaeche des Kieskorns empfindlicher auf die speziellen Frostpruefbedingungen bei staendiger Anwesenheit von Wasser als der untersuchte Basaltsplittbeton. Der Zusatz von Basaltmehl verbessert die Frostbestaendigkeit von Kiesbeton. Bei Einsatz von RC-Splitt als Betonzuschlagstoff ergibt sich nach 300 Frost-Tau-Wechseln nur ein geringer Festigkeitsabfall, bei einfacher Proctorverdichtung tritt sogar teilweise eine Festigkeitszunahme auf. Die besten Ergebnisse werden in diesem Fall mit Portlandzement bei Zusatz von feinkoerniger Flugasche erreicht. Die Untersuchungen haben gezeigt, dass die direkte Frostpruefung in Anwesenheit von Wasser aehnlich wie bei konventionellem Strassenbeton auch bei den untersuchten Walzbetongemischen eine hohe Trennschaerfe besitzt und im Bedarfsfall fuer Sonderuntersuchungen verwendet werden kann.