Kfz-Sachverstaendigen-Dienstleistung im Wandel - polizeiliche und/oder private Verkehrsunfallaufnahme?

Die Polizei ist bundesweit auf Weisung der Politik auf dem Rueckzug von der Unfallstelle; dies vor dem Hintergrund der Kosteneinsparung im Polizeiapparat und der qualifizierten Abdeckung von Polizeiaufgaben hoeherer Prioritaet in der Kriminalitaetsbekaempfung. An Kraftfahrzeug-Sachverstaendige sind hierdurch neue Aufgaben gestellt, da die bisherige polizeiliche Datenerhebung an der Unfallstelle auch der zivilrechtlichen Unfallabwicklung diente. In einem Pilotprojekt im Saarland wird von dem Verfasser die "Private Beweissicherung nach Verkehrsunfall" durch Kfz-Sachverstaendige getestet. Die ersten Ergebnisse wurden anlaesslich des Verkehrsgerichtstages 1994 in Goslar der breiten Oeffentlichkeit und den mit der zivilrechtlichen Abwicklung von Verkehrsunfaellen befassten Institutionen vorgestellt. Waehrend in Goslar insbesondere die Versicherer und die Gewerkschaft der Polizei mit Mehrheit im Arbeitskreis in den ausgesprochenen Empfehlungen dem Projekt "Private Beweissicherung" keine Chance gaben, haben sich die Vorgaben der Politik an die Polizei kontinuierlich weiterentwickelt. Das Modell "Saarland" ist zwischenzeitlich auf der Landesinnenministerebene bundesweit in der Diskussion. Auch Kraftfahrzeug-Versicherer, Rechtsanwaelte und Gerichte nehmen zwischenzeitlich die Beweissicherungsprotokolle gerne in Anspruch. Bereits jetzt kann festgestellt werden, dass die Sachverstaendigendienstleistung durch dieses neue Taetigkeitsgebiet erheblich attraktiver geworden ist, da ueber die normale Schadenkalkulation weitere fuer die Schadenregulierung interessante Informationen geliefert werden. Die Sachverstaendigentaetigkeit wird hierdurch eine neue Bedeutung bekommen. (A)

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201636
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:43PM