Qualifizierter Rotlichtverstoss - Beschluss des Oberlandesgerichts Duesseldorf vom 03.12.1997 - 2 Ss (Owi) 401/97 - (Owi) 107/97 II

Gegen einen Fahrzeugfuehrer wurde aufgrund des folgenden Sachverhaltes vom zustaendigen Amtsgericht eine Geldbusse von 250 DM und ein Fahrverbot von einem Monat verhaengt: Der Betroffene musste an einer Ampelanlage wegen Rotlichtes warten; er stand als dritter mit seinem Fahrzeug auf der Linksabbiegespur. Als die Ampel auf Gruen wechselte, fuhr der Betroffene mit den beiden anderen vor ihm befindlichen Fahrzeugen an. Da Gegenverkehr die Kreuzung befuhr, mussten die Fahrzeuge anhalten. Als die Kreuzung von Gegenverkehr frei wurde, passierte der Betroffene die Ampelanlage, obwohl sie bereits 10 Sekunden Rotlicht zeigte. Das Oberlandesgericht Duesseldorf wies die Rechtsbeschwerde des Betroffenen zurueck und fuehrte aus, dass hier eine grob pflichtwidrige Ordnungswidrigkeit gegeben ist. Auch der Umstand, dass der Betroffene das Rotlicht missachtete, weil hinter der Haltelinie Nachzuegler sich in Bewegung gesetzt hatten, rechtfertige keine andere Beurteilung. Derartige Verkehrssituationen seien in Grossstaedten haeufig und keineswegs atypisch, so dass man damit rechnen muesste; der grobe Verkehrsverstoss werde auch nicht dadurch geringer, weil der Fahrer sich anstatt am Rotlicht an den Bewegungen der vor ihm befindlichen Fahrzeuge orientiert habe.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201602
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:42PM