DAS PROBLEM DER RISIKOWAHRNEHMUNG VON VERKEHR. DAS BEISPIEL MASSENUNFAELLE

Bei der Verursachung von Einzel- und Massenunfaellen lassen sich keine gravierenden Unterschiede feststellen. Subjektiv wird das Risiko eines Einzelunfalls als beherrschbar, das Risiko eines Massenunfalls als nicht kontrollierbar eingeschaetzt. Beiden ist jedoch gemeinsam, dass haeufig banales Fehlverhalten der Ausloeser fuer den Unfall ist. Die Konsequenz ist die Senkung der Praevalenz des Fehlverhaltens beziehungsweise die Milderung der Auswirkungen. Das Problem hierbei ist die Tatsache, dass nur Massnahmen, die gezielt auf Massenunfaelle gerichtet sind, vom Autofahrer akzeptiert werden. Dennoch muessen die politischen Entscheidungstraeger Massnahmen in Erwaegung ziehen, die sowohl kurz- wie auch langfristig zu Entlastungen der Volkswirtschaft fuehren. Hierzu zaehlen insbesondere die Einfuehrung von flaechendeckenden Geschwindigkeitsbeschraenkungen, die Einfuehrung abgestimmter und standardisierter Kombinationen von Verkehrszeichen sowie die Integration der Informationen fuer den Fahrer sowohl innerhalb wie auch ausserhalb des Fahrzeugs. Dabei muss sichergestellt werden, dass sich der Kraftfahrer weiterhin als eigenverantwortlich empfindet bei gleichzeitiger Entlastung der Kapazitaet der Informationsverarbeitung. Massnahmen, die nur auf die Abstellung von Massenunfaellen abzielen, sind nicht in der Lage, das Risiko "Strassenverkehr" abzumildern. Beitrag zum Arbeitskreis Verkehrsplanung und Verkehrsverhalten des 36. BDP Kongresses fuer Verkehrspsychologie in Dresden, 18.-20. September 1996. Siehe auch Gesamtaufnahme des Kongresses, IDS-Nummer D341101.

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201460
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-931589-06-4
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:39PM