Verkehrsmittelwahl aelterer Menschen

Der Beitrag behandelt die Frage, ob bei der Verkehrsmittelnutzung aelterer Menschen tatsaechlich von einer Wahlfreiheit ausgegangen werden kann, oder ob die Entscheidung nicht vielmehr durch subjektive und objektive Rahmenbedingungen eingeschraenkt wird. Die Zusammenhaenge werden anhand der in dem internationalen Kooperationsprojekt "Erhaltung von Mobilitaet zur sozialen Teilhabe im Alter" ("Keeping the Elderly Mobile") gewonnenen Daten aufgezeigt. In diesem Projekt wird zur Zeit untersucht, welche Beduerfnisse und Probleme bei aelteren Menschen im Hinblick auf ihre ausserhaeusige Mobilitaet bestehen. Insgesamt betrachtet zeigen die Ergebnisse der Untersuchung, dass die Verkehrsmittel"wahl" im Alter nicht voellig frei, sondern in Abhaengigkeit von jeweils vorhandenen Moeglichkeiten und bestehenden Notwendigkeiten geschieht. Sowohl individuelle Kompetenzen wie technische Ausstattung, Fuehrerscheinbesitz als auch regionale Infrastruktur haben sich dabei als wichtige Faktoren erwiesen. Darueber hinaus sind insbesondere die Befunde zur Zufriedenheit der Aelteren mit ihren Moeglichkeiten ein deutlicher Hinweis darauf, dass die geringere ausserhaeusliche Mobilitaet im Alter kein ganz freiwilliger Rueckzug ist. Es trifft nicht zu, dass aeltere Menschen sich mit gesundheitlichen Einschraenkungen und aeusseren Bedingungen abfinden und sich diesen Gegebenheiten bereitwillig anpassen, denn diejenigen, die auch unter erschwerten Rahmenbedingungen noch mobil sein koennen, sind mit Abstand zufriedener, als Personen, denen diese Moeglichkeiten nicht zur Verfuegung stehen. Es waere deshalb aus sozialpolitischer Sicht sinnvoll, Mobilitaetsoptionen zu schaffen, die eine echte Alternative zum eigenen Auto sowie zu den traditionellen Angeboten des Oeffentlichen Personennahverkehrs (OEPNV) darstellen. Dies koennten flexible, sozial unterstuetzte Fahr- und Begleitdienste sein, die jedoch allen zugaenglich sein sollten, um die Gefahr einer Stigmatisierung bestimmter Bevoelkerungsgruppen durch "Sonderloesungen" zu vermeiden. (A) Beitrag zum Arbeitskreis Mobilitaetspsychologie und Verkehrsmittelwahl des 36. BDP Kongresses fuer Verkehrspsychologie in Dresden, 18.-20. September 1996. Siehe auch Gesamtaufnahme des Kongresses, IDS-Nummer D341101.

Language

  • German

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  • Accession Number: 01201440
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-931589-06-4
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:39PM