Der "notwendige" Autoverkehr

Anlass fuer den Beitrag ist eine Dissertation zum Thema "Notwendiger Verkehr", die - seit dieser Begriff 1963 von Buchanan definiert wurde - erstmals die entsprechende Fragestellung ingenieurwissenschaftlich behandelt (Haag, M.: Notwendiger Autoverkehr in der Stadt; Universitaet Kaiserslautern 1996). Die Schwierigkeiten, die sich aus der Komplexitaet und beim Eingrenzen der Thematik ergeben, werden dargestellt. Wenn alle Aktivitaeten als notwendig und nicht ersetzbar betrachtet werden, gibt es keinen "beliebigen Verkehr", der im Sinne von Buchanan ueberhaupt unterlassen werden koennte. Die Kriterien zur Bestimmung der Notwendigkeit von Autofahrten - zum Beispiel die Reisezeitdifferenz - sind nicht auf jede Aktivitaet sinnvoll anwendbar. Die Meinung Baums, der "Notwendige Verkehr" sei nicht bestimmbar und was Wirtschaft und Bevoelkerung verlangen (Verkehrsnachfrage), muesse durch "funktionssichernde" Rahmenbedingungen befriedigt werden, ist oekonomistisch und laesst oekologische Aspekte ausser acht. Um die Potentiale zur Reduzierung des Autoverkehrs zu nutzen, werden - im Gegensatz dazu - in der behandelten Arbeit "Push-and-Pull"-Massnahmen vorgeschlagen. Besser waere es jedoch, beeinflussende von verbindlichen Massnahmen zu unterscheiden. Die vielfach empfohlenen beeinflussenden Massnahmen lassen grundsaetzliche Verhaltensaenderungen nicht erwarten. Unpopulaere Eingriffe sind unausweichlich, wenn die Forderung nach Verkehrsvermeidung, Energieeinsparung und "Nachhaltigkeit" der Stadtentwicklung nicht nur im rhetorischen Bereich angesiedelt bleiben soll. Die vorliegende Arbeit sollte dazu fuehren, die Frage nach dem "Notwendigen Autoverkehr" weitergehend zu untersuchen.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201344
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:37PM