MEDIKAMENTE IM STRASSENVERKEHR. EPIDEMIOLOGISCHE ERGEBNISSE ZU AUFTRETEN UND RISIKEN

Im Rahmen eines Forschungsprojektes wurde erstmalig in Deutschland ein Roadside Survey zu Drogen und Medikamenten durchgefuehrt. Es wurden in zwei vergleichbaren Regionen in drei Untersuchungswellen insgesamt ueber 21.000 Fahrerinnen und Fahrer im Rahmen von Polizeikontrollen angehalten und befragt. Daneben wurden Atem- und Speichelproben gewonnen. Die Analytik bezog sich auf die zentral wirksamen Substanzen: Benzodiazepine, Barbiturate, Cannabis, Opiate, Cocain und Amphetamine. Die am staerksten vertretene Gruppe ist die der Benziodiazepinkonsumenten, gefolgt von Barbituraten. Barbiturate werden bevorzugt bei Fahrern ueber 50 Jahren gefunden, Benzodiazepine gleichmaessig ueber alle Altersgruppen. Damit entsprechen sie dem Erscheinungsbild des Alkohols im Verkehr. Die Fahrthaeufigkeit unter den untersuchten Drogen und Medikamenten entspricht etwa der von Alkoholfahrten mit 0,8 Promille. Die Zahl der Fahrten mit Medikamenten ist etwa so haeufig wie die mit einer Alkoholisierung von 0,3 Promille. Das Medikamenten-/Drogenverhaeltnis liegt bei: 3,1 Prozent zu 0,9 Prozent = 3,4. Unter Einbezug aller Daten kann nicht davon ausgegangen werden, dass Fahren unter Medikamenteneinfluss allein bereits ein draengendes Problem darstellt. Die Betrachtung von Coergismen von Arzneimitteln mit Alkohol kommt zu dem Schluss, dass der synergistische Coergismus von leistungbeeintraechtigenden Alkohol- und Medikamentenwirkungen umso staerker ist, je sedierender das Medikament ist. Beitrag zu Teil I: Verbrauch und Auftreten im Verkehr. Siehe auch Gesamtaufnahme des Buches, IDS-Nummer D341032.

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201321
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • ISBN: 3-437-00842-0
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:36PM