Korrelation zwischen Anstossgeschwindigkeit und Verletzungsmuster bei toedlichen Fussgaenger-Pkw-Unfaellen mit Frontalanstoss

Die durch Fussgaenger-Pkw-Unfaelle verursachten Verletzungen werden durch eine Reihe von Parametern bestimmt. Neben der Fahrzeugform, der koerperlichen Verfassung des Fussgaengers und dem Fahrverhalten des Pkw sind hierbei die Lage der Anstossstelle, die Gehrichtung und die Kollisionsgeschwindigkeit von ueberragender Bedeutung. Zur Auswertung wurden deshalb aus insgesamt 57 rechtsmedizinisch und technisch untersuchten Fussgaenger-Pkw-Kollisionen ausschliesslich Unfaelle mit Erwachsenen und frontalem Anstoss ausgewaehlt, bei denen durch den technischen Sachverstaendigen die genaue Kollisionsgeschwindigkeit rekonstruiert worden war (n = 29). Bei Vergleich der jeweiligen Kollisionsgeschwindigkeiten mit den entsprechenden Verletzungsmustern lassen sich anhand des Verletzungsmusters folgende minimale (Verletzungen moeglich) / maximale (Verletzungen regelhaft zu erwarten) Grenzgeschwindigkeiten erkennen. - 35/45 km/h: Extremitaetenfrakturen beim Primaeranstoss, Schaedelfrakturen durch Sekundaeranstoss. - 45/60 km/h: Lockerungen oder Frakturen der Wirbelsaeule durch die Distorsion im Rahmen des Schleudertraumas (Praedilektionsstellen: untere HWS und untere BWS), Untertaschungen. - 60/90 km/h: Aortenrupturen, Thoraxaufreissungen, Dehnungsstreifen in der Leistengegend. - ueber 100 km/h: Teilzerreissungen des Torso und Amputationen der Gliedmassen, massive Beckenzertruemmerungen. Aufgrund dieser geschwindigkeitsabhaengig auftretenden Verletzungsmuster ist bei Frontalanstoss eine zuverlaessige Einschaetzung der Kollisionsgeschwindigkeit moeglich. Bei Anfahren von vorne oder hinten koennen besonders Wirbelsaeulenverletzungen bei hoeheren Grenzgeschwindigkeiten auftreten. Abweichende Anstosskonstellationen, insbesondere der tangentiale Anstoss, sowie Unfaelle mit Kindern unterliegen anderen Gesetzmaessigkeiten. Deshalb ist eine Fahrzeugbesichtigung durch den medizinischen Sachverstaendigen unabdingbar. Individuelle Faktoren (zum Beispiel Osteoporose) koennen die angegebenen Geschwindigkeitsbereiche nach unten verschieben. (A) Beitrag liegt nur als Kurzfassung vor. Beitrag zum Themenschwerpunkt VII Fahrzeugkonstruktion und Sicherheit des Kongresses 1997 der Deutschen Gesellschaft fuer Verkehrsmedizin e.V., 29. Jahrestagung, Muenster, 19. bis 22. Maerz 1997. Siehe auch Gesamtaufnahme der Jahrestagung, IDS-Nummer D340959.

  • Availability:
  • Authors:
    • KARGER, B
    • TEIGE, K
    • BUEHREN, W
    • JAECKEL, S
  • Publication Date: 1998

Language

  • German

Media Info

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201277
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:35PM