DAS KRITERIUM DER LEGALBEWAEHRUNG NACH DATEN DES VERKEHRSZENTRALREGISTERS

Die Eintragung ins Verkehrszentralregister (VZR) als mangelnde "Legalbewaehrung" wird als probabilistischer Indikator fuer ein erhoehtes VZR-Risiko verstanden, das seinerseits mit anderen Faktoren und Konstrukten in enger Abhaengigkeit steht. In einem Strukturmodell kann neben der Beziehung zur Fahreignung auch die zum Unfallgeschehen abgebildet werden. Hierzu ist eine empirische Pruefung grundsaetzlich moeglich, kann mangels geeigneter Datengrundlage zur Zeit jedoch nicht durchgefuehrt werden. Moechte man auf das Konzept "Fahreignung" im weitesten Sinne hinaus, so spricht auch heute schon einiges dafuer, sich - zumindest zusaetzlich zum Unfallereignis - an der VZR-Eintragung als einem "harten" Evaluations- und Prognosekriterium zu orientieren. Vorteile der VZR-Daten sind: Das VZR erfasst ein breites Spektrum an Fehlverhalten im Verkehr; nicht nur mangelnde Vorsicht, sondern auch mangelnde Ruecksichtnahme, nicht nur tatsaechliche Schaedigung, sondern auch tatsaechliche Gefaehrdung, Behinderung und Belaestigung, zudem auch mangelnde Zuverlaessigkeit. Die personenbezogene Organisation des VZR ermoeglicht das so besonders aussagekraeftige und speziell fuer Evaluations- und Prognosestudien geforderte Design der prospektiven Untersuchung. Es existiert ein ueberprueftes, relativ einfaches Datenmodell zur VZR-Auffaelligkeit, das Modell "lognormal-konstanter VZR-Risiken", auf dessen Grundlage Hypothesen formuliert, Rechnungen und sogar Simulationen durchgefuehrt werden koennen. Die fuer das Jahr 1998 geplante Novellierung des Strassenverkehrsgesetzes (Paragraph 38) wird zu einer wesentlichen Erleichterung der Verwendung von VZR-Daten fuer Forschungszwecke fuehren, so auch fuer Evaluationsvorhaben. Fuer das Jahr 1999 ist die Teilautomatisierung des VZR geplant, die die DV-Verarbeitung von Bussgeldentscheidungen, somit der grossen Masse der Eintragungen, ermoeglicht. Damit wuerde die Gewinnung statistischer Daten auch fuer Evaluations- und Prognosezwecke wesentlich erleichtert: Die Ziehung von grossen Zufallsstichproben wie auch die Selektion spezieller Personengruppen - etwa Busfahrer - oder spezieller Deliktgruppen - etwa Fahrunsicherheit wegen sogenannter "anderer" berauschender Mittel - wuerden kostenguenstig und damit erstmalig praktikabel werden. (A) Beitrag zum Arbeitskreis 3 "Wissenschaftliche Grundlagen" des 6. Internationalen Workshop "Driver Improvement" vom 20. bis 22. Oktober 1997 in Berlin. Siehe auch Gesamtaufnahme des Workshops, IDS-Nummer D340901.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 171-5
  • Monograph Title: Driver Improvement. 6. Internationaler Workshop. Referate des Workshops 1997, veranstaltet von der Bundesanstalt fuer Strassenwesen, Bergisch Gladbach, dem Kuratorium fuer Verkehrssicherheit, Wien und der Schweizerischen Beratungsstelle fuer Unfallverhuetung, Bern, vom 20. bis 22. Oktober 1997 in Berlin
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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01201209
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:34PM