Verkehrssystemplanung zwischen allen Fronten und Stuehlen

Die Verkehrssystemplanung beschraenkte sich urspruenglich auf die Untersuchung und Planung des Transfers massenhafter Koerper (Menschen und Gueter) in realer Zeit und im konkreten Raum. Zeit, Raum und Masse, alles Groessen aus der Mechanik, waren ihre Rechengroessen. Der spaeter hinzugekommene Transfer von Informationen steigerte die Geschwindigkeit des Transfers bis zur Lichtgeschwindigkeit. Die Geschwindigkeit des Transfers wurde zur vielfach massgeblichen Groesse, wenn auch die Systemplanung nach wie vor zu untersuchen hat, wie, wo und in welchem Ausmass es notwendig beziehungsweise sinnvoll, effizient und vertretbar ist, Verkehrswege zu errichten oder umzugestalten, oder ob Verkehrsproblemloesungen nicht ueberhaupt an anderer Stelle ansetzen sollten. "Endprodukt" der Systemplanung ist nach wie vor die Geschwindigkeit des Transfers, deren Erhoehung die Produktivitaet des Systems steigert. Massenhaft verfuegbare Geschwindigkeit hat jedoch, wie jedes Massenphaenomen, ihre Schattenseiten, unter anderem den uebermaessigen Ressourcenverzehr. Gruppeninteressen mit ihrer Lobby sowie Politik und Medien erzeugen Spannungsfelder, denen Verkehrssystemplaner ausgesetzt sind. Fragmentarisches Wissen und fehlende empirische Befunde erschweren ihre Arbeit. Die Komplexitaet des Verkehrsgeschehens wird durch Publizitaet, Aktionisten-Planer und Schlagworte nicht erklaerbar. Eine angemessene, hoeflich-sachliche Aequidistanz zur Macht und Medien ist bei der Verkehrssystemplanung allemal angebracht.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 14-7
  • Serial:
    • DER NAHVERKEHR
    • Volume: 15
    • Issue Number: 11
    • Publisher: ALBA PUBLIKATION, ALFRED VELOEKEN

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200927
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:29PM