Der Nahverkehrsplan des Landkreises Marburg-Biedenkopf und der Stadt Marburg - Eine Analyse und Bewertung aus planerischer Sicht Teil 1 + Teil 2

Im Rahmen eines Modellvorhabens des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (RMV) sollte fuer das Gebiet des Landkreises Marburg-Biedenkopf ein Nahverkehrsplan aufgestellt werden. Zustaendig fuer die Aufstellung sind nach dem hessischen OEPNV-Gesetz die Aufgabentraeger Stadt Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf. Diese wiederum haben diese Aufgabe an den Regionalen Nahverkehrsverbund Marburg-Biedenkopf und die Stadtwerke Marburg (SWM) delegiert. Seit Mitte 1995 wurden - entsprechend der Vorgabe des Leitfadens fuer die Aufstellung von Nahverkehrsplaenen in Hessen - zunaechst eine Bestandsaufnahme und eine Maengelanalyse vorgenommen, aus der im Anschluss ein Anforderungsprofil fuer den kuenftigen OEPNV entwickelt werden sollte. In der Angebotskonzeption wurden drei verschiedene Szenarien aufgestellt, wobei das Szenario I sich fast vollstaendig am Status quo orientierte, das Szenario II "weitergehende Maengel durch einen Ausbau des OEPNV mit geringen Mitteln" beseitigen helfen und das Szenario III eine angebotsoptimierte Planung darstellen sollte. Der Autor des Artikels uebt herbe Kritik an dem nun vorliegenden Entwurf des Nahverkehrsplans. So geht er der Frage nach, inwieweit der Nahverkehrsplanentwurf die gesetzlichen Vorgaben erfuellt und gegebenenfalls die notwendige Basis fuer die Vergabe von Konzessionen nach PBefG darstellen kann. Die Weiterentwicklung des OEPNV im Landkreis Marburg-Biedenkopf erscheint ihm mit diesem Plan nicht ohne weiteres moeglich, zumal die grundlegende Neuberechnung der Wirtschaftlichkeit erforderlich sei. Hierzu waere insbesondere die Konkurrenzsituation zwischen MIV und OEPNV naeher zu untersuchen. Geplante Ausbaumassnahmen im Strassennetz muessen hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit des OEPNV genau untersucht werden und hieraus fuer die zukuenftige Netz- und Angebotsgestaltung des OEPNV Konsequenzen gezogen werden. Dies ist deshalb notwendig, weil die Datenbasis unzureichend und daher nicht belastbar ist. Beim Autor bleibt der Eindruck zurueck, dass das Pilotprojekt in keiner Weise die Erwartungen an eine zukunftsweisende Nahverkehrsplanung erfuellen konnte und kann.

Language

  • German

Media Info

  • Pagination: 91-4&126-31
  • Serial:
    • VERKEHR UND TECHNIK
    • Volume: 51
    • Issue Number: 3&4
    • Publisher: Firmware-Entwicklung, Lumino GmbH
    • ISSN: 0340-4536

Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200789
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:26PM