ERMITTLUNG DER VOLKSWIRTSCHAFTLICHEN KOSTEN DER PERSONENSCHAEDEN IM STRASSENVERKEHR IN DER BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND

Die volkswirtschaftlichen Kosten von Personenschaeden im Strassenverkehr werden von der Bundesanstalt fuer Strassenwesen jaehrlich ermittelt. Grundlage ist ein Rechenmodell aus dem Jahre 1984. Die seither eingetretenen Veraenderungen im Verkehrs- und Unfallgeschehen, in Bevoelkerung, Wirtschaft und Medizin sowie in den politischen Rahmenbedingungen erfordern eine Ueberpruefung und Aktualisierung des Rechenverfahrens. Hierbei sind insbesondere die Folgen der Wiedervereinigung Deutschlands fuer die Unfallkostenrechnung zu beruecksichtigen. Die Kostenbloecke Ressourcenausfallkosten und Reproduktionskosten werden um humanitaere Kosten, aussermarktliche Kosten und andere Kostenpositionen erweitert. Die bisher in der Unfallkostenrechnung unberuecksichtigten humanitaeren Kosten umfassen beispielsweise psychische Beeintraechtigung oder die Verringerung der Belastbarkeit, der Unabhaengigkeit und der Lebensqualitaet der Unfallopfer. Die aussermarktlichen Kosten umfassen die unfallbedingten Verluste an Wertschoepfung durch Hausarbeit und schattenwirtschaftliche Wertschoepfung. Die Entwicklung eines Prognosemoduls ermoeglicht eine Prognose der Unfallkosten. Die neu berechneten Unfallkosten betragen im Jahr 1994 annaehernd 26 Milliarden DM. Die Getoeteten stellen mit 14,9 Milliarden DM die groesste Einzelposition dar. Ein toedlich verletztes Unfallopfer verursacht volkswirtschaftliche Kosten in Hoehe von 1,5 Millionen DM. Durch die Ergaenzung um humanitaere und aussermarktliche Wertschoepfung erhoehen sich die Unfallkosten insgesamt um 17,7 Milliarden DM. Mit jeweils ueber 7 Milliarden DM haben die Ausfaelle an Wertschoepfung in der Hausarbeit und die humanitaeren Kosten hieran den groessten Anteil.