INDUZIERTER VERKEHR UND ZEITEINSPARUNG

In der juengeren Vergangenheit begegnet man haeufig folgender Argumentation: Da durch neue Verkehrsinfrastrukturen neuer Verkehr induziert wird, der bewirkt, dass trotz massnahmebedingt beschleunigten Verkehrs im betrachteten System insgesamt gleich viel Reisezeit zugebracht wird wie vor der Realisierung der verkehrsbeschleunigenden infrastrukturellen Massnahme, sei es falsch und unzulaessig, bei deren oekonomischer Bewertung massnahmebedingte Zeiteinsparungen in Rechnung zu stellen. Gegenstand des Beitrages ist die Aufklaerung dieses als "Zeiteinsparungsparadoxon" bezeichneten Trugschlusses. Sie basiert auf der Unterscheidung zwischen realer Reisezeit einerseits und Nutzen aus Geschwindigkeitserhoehung andererseits. Die Differenz zwischen diesen beiden Groessen ist im Falle unelastischen Verhaltens Null, sie waechst aber immer staerker an, je reisezeitelastischer sich Verkehrsteilnehmer verhalten. Ueber die Interpretation des Kehrwertes der Geschwindigkeit als eines naturalen Preises der Raumueberwindung laesst sich eine allgemeinverstaendliche Analogie herstellen: Wenn die Preise saemtlicher Konsumgueter reduziert wuerden und die Konsumenten dennoch (infolge Mehrkonsums) gleich viel Geld ausgaeben wie vor der Preissenkung, so haetten sie zwar kein Geld gespart, waeren aber ganz offensichtlich in den Genuss eines Zusatznutzens gekommen.

Language

  • German

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Subject/Index Terms

Filing Info

  • Accession Number: 01200726
  • Record Type: Publication
  • Source Agency: Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen (FGSV)
  • Files: ITRD
  • Created Date: Oct 7 2010 6:25PM