Erweiterung des streckenbezogenen Substanzwertes im System ZEB um Kriterien wie Belastung, Aufbau, Alter und Tragfaehigkeit - Testen und Abstimmen von Bewertungskriterien

In der Zustandserfassung und -bewertung (ZEB) wird der Substanzwert vor allem aus Oberflaechenmerkmalen abgeleitet. Ziel der Forschungsarbeit war es, ein Verfahren zu einer umfassenderen Substanzbewertung auf der Basis von Zustands-, Verkehrs- und Bestandsdaten zu entwickeln. Dieser Substanzwert Bestand wird mit dem in der ZEB ermittelten Substanzwert Zustand zu dem Substanzwert Gesamt verknuepft. Des weiteren sollte untersucht werden, ob Ergebnisse von Einsenkungsmessungen zur Ermittlung des Substanzwertes verwendet werden koennen. Unter Substanz sind hier diejenigen Eigenschaften der Befestigung zu verstehen, die durch die Bemessung beeinflussbar sind, das sind die Faehigkeiten, gegen Risse und Verformungen Widerstand zu leisten. Nach Studium der einschlaegigen Literatur kam nur ein Bewertungsansatz auf der Grundlage der gueltigen Bemessungsrichtlinien RStO 86/89 infrage. Aus Einsenkungsmessungen lassen sich nach neueren Untersuchungen fuer die dort untersuchten Strecken keine Rueckschluesse auf den Ermuedungszustand und die Restnutzungsdauer von Befestigungen ableiten. Als Ergebnis einer Befragung unter Angehoerigen der Strassenbauverwaltung ergaben sich die im System Zustanderfassung und -bewertung nicht erfassten Materialeigenschaften mit einem Gewicht von rund 37 Prozent als wichtigste Einflussgroesse fuer die Nutzungsdauer einer Befestigung. Zur Ermittlung des Substanzwertes wurden zwei Modelle ("Kumulierte Belastung" und "Momentane Belastung") entwickelt. Anhand von Beispielrechnungen und der Anwendung auf reale Teststrecken beziehungsweise Testnetze wurde die Brauchbarkeit der Modelle ueberprueft.