Auswirkungen unterschiedlicher Querschnittsbreiten zweistreifiger Strassen auf die Verkehrssicherheit. Sonderuntersuchung zum Querschnittstyp b2+1

Ueber die bisher betrachteten Querschnittstypen hinaus sollten zusatzlich Strassen mit b2+1-Querschnitten in die Untersuchung einzubezogen werden. Dazu wurden von 14 Untersuchungsstrecken mit einem b2+1-Querschnitt Unfalldaten erhoben und ausgewertet. Insgesamt konnten im Untersuchungszeitraum 489 Unfaelle mit Personenschaden oder schwerem Sachschaden erfasst werden. Davon entfielen 393 auf die fuer die Untersuchung relevanten Streckenunfaelle (Unfalltypen 1 und 4 bis 7). Ueberholunfaelle traten auf den dreistreifigen Strassen etwas oefter auf als auf den b2-Strecken. Bei den Unfallarten entfielen rund 30 Prozent auf "Abkommen von der Fahrbahn nach links oder rechts" und rund 20 Prozent auf "Zusammenstoss mit einem Fahrzeug, das entgegenkommt". Beide Unfallarten sind damit auf b2+1-Strecken haeufiger als auf b2-Querschnitten. Unfallrate, Unfallkostenrate und die durchschnittlichen Unfallkosten sind sowohl bei den Streckenunfaellen als auch bei allen Unfaellen auf b2+1-Querschnitten geringer als auf den b2-Querschnitten. Dabei liegen vor allen Dingen die Unfallkostenraten recht deutlich unter dem Niveau der b2-Strecken. Die Unfaelle mit schwerem Personenschaden treten auf den b2+1-Querschnitten zwar seltener auf, sind aber in der Regel schwerer. Dies entspricht der Tendenz, dass insgesamt auf gut ausgebauten und schnell befahrenen Hochleistungsstrassen die Kosten je Unfall hoeher sind. Es gab keine Abhaengigkeit der Unfallrate von der Verkehrsstaerke. Beim Vergleich der Unfallkenngroessen bei fuer b2+1-Querschnitte typischen Verkehrsstaerken (DTV - 12.500 Kfz/24 h), erwies sich der dreistreifige Querschnittstyp als eindeutig sicherer.