Ableiten von Reduktionsfunktionen fuer Waende, Waelle und Bewuchs fuer das MLuS-Ausbreitungsmodell

Im derzeitigen MLuS-92 sind Schadstoffminderungsfunktionen nur fuer Einzelfaelle bei Queranstroemung der Strasse angegeben. Diese lassen sich nicht unmittelbar im MLuS-Ausbreitungsmodell anwenden, sondern geben nur den Einfluss in der Tendenz an. In der vorliegenden Untersuchung werden Ausbreitungsfunktionen fuer verschiedene Kategorien von Waenden, Waellen und Bewuchs abgeleitet, die sich in das geplante Ausbreitungsmodell des zukuenftigen MLuS einbinden lassen. Es werden sechs hypothetische Standorte definiert, an denen die unterschiedlichsten lokalen Windverteilungen vorliegen. Fuer diese Windverteilungen werden je Immissionsschutzkategorie und Aufpunkt NOx-Immissionen fuer jeweils ein Jahr simuliert und statistisch ausgewertet. Insgesamt ergeben sich mit 20 Immissionsschutzkategorien 40.320 Simulationslaeufe mit der doppelten Anzahl an Immissionskenngroessen. Um diese Ergebnisse anwendbar zu machen, werden sie in mehreren Stufen aggregiert. Es ergibt sich je Immissionsschutzkategorie eine auf Immissionskenngroessen anwendbare Minderungsfunktion, die nicht mehr vom Standort und von der Lage zum lokalen Wind abhaengt. Die Funktionen sind fuer eine Immissionshoehe von 2 m abgeleitet worden. Sie lassen sich aber auf Immissionshoehen von zu 1,5 m bis 2,5 m anwenden, da die Ortsaufloesung im Windkanal nicht sehr viel genauer ist. Fuer die standort- und windunabhaengigen Minderungsfunktionen werden mathematische Modelle formuliert, die ausschliesslich die dem Strassenplaner im allgemeinen bekannten Einflussparameter enthalten. Man erhaelt im wesentlichen fuer feste Hindernisse und Bewuchs jeweils eine Grundfunktion, in der fuer verschiedene Immissionsschutzmoeglichkeiten nur die Parameter Objekthoehe und -form, Objektabstand vom Fahrbahnrand, Bewuchstiefe sowie ein paar Regressionsgroessen variieren. Der Einfluss einer bereits vorhandenen Schutzvorrichtung auf das Gebiet jenseits des gegenueberliegenden Fahrbahnrandes wird durch eine weitere Funktion beruecksichtigt; die Errichtung eines Immissionsschutzes aus lufthygienischen Gruenden ist hier in der Regel nicht mehr erforderlich. Fuer die Anwendung im MLuS ist die Uebernahme der Bewuchsfunktion problematisch, weil der Belaubungsgrad ueber das Jahr aendern kann und die Minderungswirkung damit variiert. Fuer das MLuS-Heft wird letztlich je eine Funktion fuer die geschuetzte beziehungsweise ungeschuetzte Strassenseite vorgeschlagen. Die einzelnen Immissionsschutzausfuehrungen werden in einer Parametertabelle beruecksichtigt. In der erstellten Software werden die abgeleiteten Funktionen explizit verwendet.