Bewertung der Ergebnisse von Plattendruckversuchen mit Ein- und Dreiuhrmessverfahren

Der Plattendruckversuch nach DIN 18134 ist im Rahmen der Qualitaetsueberwachung von Strassenbaumassnahmen von zentraler Bedeutung. Den Ergebnissen des Plattendruckversuches kommt daher wesentliche vertragsrechtliche Bedeutung zu. Ziel des Forschungsvorhabens war daher eine systematische Untersuchung der Messfehlereinfluesse und der Vergleichbarkeit der Ergebnisse beider Geraetekonfigurationen des statischen Plattendruckversuches nach DIN 18134 sowie eine ergaenzende Durchfuehrung von dynamischen Plattendruckversuchen mit dem Leichten Fallgewichtsgeraet. Die Auswertung dieser Versuche laesst folgende Aussagen zur Vergleichbarkeit des Einuhr- und des Dreiuhrmessverfahrens zu: Hinsichtlich des Verformungsmoduls E(index v1) besteht eine hohe Uebereinstimmung zwischen den Ergebnissen des Einuhr- und des Dreiuhrmessverfahrens. Die mit dem Einuhr- und dem Dreiuhrmessverfahren ermittelten Verformungsmoduln E(index v2) der Zweitbelastung weichen hingegen deutlich staerker voneinander ab. Bei einem hohen Tragfaehigkeitsniveau (E(index v2) groesser/gleich 100 Meganewton pro Quadratmeter) ist davon auszugehen, dass das Dreiuhrmessverfahren im allgemeinen hoehere Werte als das Einuhrmessverfahren liefert. Der Quotient E(index v2) / E(index v1) der Verformungsmoduln zeigt noch deutlichere, tendenziell aber nicht eindeutige Abweichung zwischen den Ergebnissen beider Verfahren. Aus den Ergebnissen der durchgefuehrten Fehlereinflussbetrachtungen und der ausgefuehrten Vergleichsversuche ergeben sich eine Reihe von Empfehlungen: Es sollte zukuenftig ausschliesslich das Einuhrmessverfahren zur Setzungsmessung verwendet werden. Die Vorgaben zur konstruktiven Ausbildung der Lastplatten sollten exakter definiert werden. Eine regelmaessige Kalibrierung der Geraete ist vorzusehen. Die Wiederholgenauigkeit der Verformungsmodulmessung sollte zukuenftig in Ringanalysen festgestellt werden, um Toleranzgrenzen ergaenzend zu den Anforderungswerten festlegen zu koennen. Zur Festlegung einheitlicher Abstaende zu den Lasten auf der Oberflaeche der Pruefebene sollte eine Geraeteanordnung des Versuchsgeraetes und des Belastungsfahrzeuges in Form einer "Regelausfuehrung des Plattendruckversuches" definiert werden. Zur Vereinheitlichung der Beanspruchungsbedingungen der geprueften Boeden und Tragschichten sollte die einzustellende Maximalpressung unter der Lastplatte (schichtabhaengig) definiert werden. Nach einer Phase der ausschliesslichen Verwendung des Einuhrmessverfahrens sollte die Festlegung von Anforderungswerten an den Verformungsmodul E(index v2) in den ZTVT auf der Basis der dann vorliegenden Erfahrungen ueberprueft werden. Die Bestimmung des Quotienten E(in v2) / E(index v1) der Verformungsmoduln im Sinne einer ersatzweisen Verdichtungspruefung sollte aufgrund der Fehleranfaelligkeit dieses Verfahrens ueberdacht werden.