Messungen an einer Bundesautobahn mit duenner Asphaltschicht auf einer neuen Betondecke (A 93 bei Brannenburg)

Die Bauweise mit Betondecke (26 cm mit RC-Betonzuschlaegen) und duenner Splittmastixasphalt-Ueberdeckung 0/8S (SMA) wurde mit dem Regelaufbau (26 cm zweischichtige Betondecke) durch begleitende Messungen bezueglich Tragverhalten, Temperaturverhalten und Temperaturverteilung, Verhalten der Fugen, Verwoelben der Fahrbahnplatten und Spurrinnen im SMA, thermisch induzierter Zugspannung des SMA bei tiefen Temperaturen und Verbundverhalten Beton/SMA verglichen. Vor Verkehrsuebergabe lag die gleiche Tragfaehigkeit der beiden Abschnitte mit 26 cm Betondecke auf 15 cm HGT (hydraulisch gebundene Tragschicht) - davon eine noch ohne SMA - vor. Bei einem Vergleich der Abschnitte ist auch nach dem Ueberbau mit SMA kein signifikanter Unterschied der Einsenkung zu erkennen. Das bedeutet, dass der SMA nicht messbar zur Steifigkeitserhoehung der 26 cm dicken Betondecke auf 15 cm HGT beitraegt und offensichtlich ein Verbundsystem vorliegt. Die Temperaturmessungen zeigen, dass durch die duenne Asphaltueberdeckung bei Erwaermung oder Abkuehlung die Temperaturspitzen an der Oberseite der Betondecke abgebaut werden. Selbst bei einer Temperaturdifferenz zwischen Betonober- und -unterseite von 0 Kelvin ist ein konkaves Verwoelben der Fahrbahnplatten in Laengsrichtung vorhanden. Das Ueberbauen einer Betondecke mit einer duennen Asphaltdecke hat folgende Vorteile: beim Neubau wirtschaftliche Verwendung von Zuschlaegen; bei aelteren Betondecken Verbesserung der Oberflaecheneigenschaften und gegebenenfalls Verlaengerung der Nutzungsdauer; Vergleichmaessigung der Temperatur und Abbau von Temperaturspitzen in der Betondecke, was waehrend der taeglichen Schwankungen zu einer geringeren Verwoelbung, Fugenatmung und Fugenbeanspruchung fuehrt. Voraussetzung ist ein guter Verbund zwischen Splittmastixasphalt (SMA) und Beton.