UNTERSUCHUNGEN ZUM WASSERSTOFFINDUZIERTEN SPROEDBRUCH VERGUETETER SPANNSTAEHLE

Verschiedene, vor einiger Zeit aufgetretene Schadensfaelle an Spannbetonbauteilen (sowohl mit sofortigem Verbund als auch mit nachtraeglichem Verbund) infolge Bruch von Spannstaehlen gaben Anlass zu gezielten Untersuchungen hinsichtlich der Eigenschaften der damals verwendeten Spannstahlsorten "alten Typs" im Vergleich zu derzeit zugelassenen Spannstaehlen. Aufgrund der Versuche kann davon ausgegangen werden, dass der heute zugelassene, verguetete Spannstahl (SIGNEU) bei Einhaltung aller in den Regelwerken festgelegten Vorschriften und Massnahmen unter baupraktischen Bedingungen unempfindlich gegenueber wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion ist. Demgegenueber zeigte es sich, dass die hochfesten, vergueteten Spannstaehle "alten Typs" , einschliesslich des in der ehemaligen DDR in Hennigsdorf hergestellten Spannstahls unter depassivierenden Verhaeltnissen besonders anfaellig gegenueber wasserstoffinduzierter Spannungsrisskorrosion sind. Dabei kann unter Umstaenden sogar Kondenswasserbildung ausreichen, Anrisse zu initiieren. Der Versagensmechanismus kann bereits bei Spannungen des Gebrauchszustandes eintreten. Geringfuegig erhoehte Spannungen, die durch Ueberspannen, spaetere Umbaumassnahmen, Nutzungsaenderungen oder Ueberlastung entstehen koennen, vergroessern das Gefaehrdungspotential.