Auswirkungen unterschiedlicher zulaessiger Hoechstgeschwindigkeiten an staedtischen Verkehrsstrassen auf Verkehrssicherheit und Umweltschutz

Die vorliegende Forschungsarbeit untersucht die Auswirkungen unterschiedlicher zulaessiger Hoechstgeschwindigkeiten an inneroertlichen Vorfahrtstrassen, die ihre Funktion als Verkehrsstrasse behalten und fuer eine Umgestaltung durch bauliche Massnahmen oder Markierungen nicht in Frage kommen. Untersucht werden die Einfluesse auf Verkehrssicherheit und Umweltschutz sowie Akzeptanz und Durchsetzbarkeit. Die Ergebnisse basieren auf Vorher-Nachher-Erhebungen an mehreren Untersuchungsstrecken. Hierfuer werden Unfallanalysen, Querschnittsmessungen, Videobeobachtungen, Laermpegelmessungen, Verfolgungsfahrten und Befragungen durchgefuehrt. Nach den Ergebnissen der vorliegenden Arbeit kann eine Reduzierung der zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit von 50 Kilometer pro Stunde auf 30 Kilometer pro Stunde fuer Vorfahrtstrassen grundsaetzlich nicht empfohlen werden, wenn keine nennenswerten Defizite vorliegen. Ohne zusaetzliche bauliche Massnahmen finden keine wesentlichen objektiv feststellbaren Veraenderungen fuer die Verkehrssicherheit und den Umweltschutz statt. Wesentliche Nachteile fuer den Verkehrsfluss entstehen durch diese Massnahmen allerdings auch nicht. Geeignet ist eine Veraenderung der zulaessigen Hoechstgeschwindigkeit zur Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus. Dies gilt insbesondere fuer Strassen, deren Geschwindigkeitsniveau und deren Spitzengeschwindigkeiten besonders hoch sind. Die tatsaechliche Geschwindigkeitsreduzierung entspricht aber bei weitem nicht dem Absenkungsmass. Insofern ist zu bedenken, dass die Anzahl von Verkehrsdelikten erheblich steigt.